Österreichs einzige SHK-Fachmesse ist neu durchgestartet: Die Aquatherm 2010 vereinte erstmals seit vielen Jahren wieder die Branchensegmente Heizung, Sanitär, Klima und Lüftungstechnik unter einem gemeinsamen Messedach, was sich als voller Erfolg für Aussteller wie auch für Fachbesucher erwies.
Der Neustart ist gelungen. Das Einlasssystem hat an den vier Messetagen exakt 19.691 Fachbesucher registriert. Damit wurde eine der besten Aquatherm-Ausgaben in der jüngeren Geschichte der Messe Wien erzielt“, resümiert Dir. Johann Jungreithmair, CEO von Veranstalter Reed Exhibitions Messe Wien.
Die Aquatherm 2010 war von der SHK-Branche als gemeinsamer Neustart am Messestandort Wien mit besonderer Spannung erwartet worden. „Zum Erfolg haben mehrere Faktoren beigetragen: Durch den Schulterschluss der Branchensegmente waren alle wichtigen Key-Players vor Ort, außerdem haben wir den richtigen Standort und den optimalen Termin vor dem Beginn der Bausaison gewählt“, fasst Ing. Christian Friedl, themenverantwortlicher Leiter des Geschäftsbereiches Messen bei Reed Exhibitions Messe Wien, zusammen. „Der gemeinsame Auftritt ermöglichte einen kompletten Marktüberblick und schuf für Aussteller wie Besucher den größtmöglichen Nutzen.“ Insgesamt 256 Aussteller haben in den Hallen A und B der Messe Wien ihre Innovationen, aktuellen Produkte, Systeme, Programme und Sortimente präsentiert.
Der Messeerfolg ist nicht zuletzt durch das enorme Engagement der Aussteller zustande gekommen, betont Messeleiter Max Poringer: „Die ausstellenden Unternehmen haben für ihre Kunden wirklich einiges geleistet. Erfreulicherweise wurde dieser Einsatz von den Fachbesuchern durch deren Präsenz und Interesse belohnt.“
© Martin Pechal, Reed Exhibitions Messe
Aquadesign-Award
Im Rahmen des von der gebäude installation gemeinsam mit dem Institut Imago veranstalteten Design-Parks – dort zeigten führende Industriebetriebe ihre schönsten Produkte mit wegweisendem Design – wurde erstmals der Aquadesign-Award verliehen (siehe auch Seite (16/17). Die drei besten Designlösungen wurden von einer vierköpfigen, hochkarätigen und unabhängigen Jury ermittelt und ausgezeichnet. Als Gewinner des Aquadesign-Awards ging Geberit hervor, den zweiten Platz belegte Hutterer & Lechner. Auf Platz drei landete der Pelletsofenspezialist Calimax. Aus den zahlreichen Einreichungen waren von der Jury 14 Designlösungen von ebenso vielen Unternehmen in die Endausscheidung aufgenommen worden.
Reges Besucherinteresse
Auch beim Rahmenprogramm herrschte kein Besuchermangel. So fand beispielsweise die Sonderausstellung „Sanitärkomfort mit Zukunft“ des Vereins design for all reges Interesse. Und beim Kabarettabend am dritten Messetag mit Gerold Rudle und Monica Weinzettl hieß es dann „full house“.
Große Zufriedenheit
Die Resultate der Besucherumfrage durch ein externes, unabhängiges Marktforschungsinstitut untermauern den Erfolg der Aquatherm 2010: Vier von fünf Befragten (79 %) zeigten sich mit der Messe insgesamt sehr zufrieden (Schulnoten 1 + 2; plus 3 = 96,2 %). 85 Prozent erklärten, die Messe Kollegen weiterempfehlen zu wollen. Im Einzelnen wurden unter anderem die Kriterien „Überblick über Markt und Anbieter“ (81,1 %), „große Auswahl an Produkten und Sortimenten“ (80,8 %), „Treffpunkt und Kontaktpflege“ (78,2 %), „hohe Anzahl von Ausstellern pro Branche“ (77,3 %) und „interessante Produktneuheiten“ (71 %) besonders positiv hervorgehoben. Drei von fünf Befragten (58,4 %) berichteten überdies, neue Produkte entdeckt zu haben. 31,1 Prozent, also nicht ganz ein Drittel der befragten Besucher, gaben an, neue Anbieter gefunden zu haben. Fast neun von zehn Befragten (86,4 %) bestätigten, alle Aussteller angetroffen zu haben, die sie besuchen wollten. Und drei Viertel der Befragten sind schon heute entschlossen, die nächste Aquatherm in zwei Jahren zu besuchen. Unter den Fachbesuchern, von denen gut zwei Drittel (68,2 %) keine andere vergleichbare Messe besuchen, stellten Installationsunternehmen das weitaus größte Besucherkontingent (39,5 %). Es folgen die Sparten Großhandel, Haustechnik, Planung und Architektur. Zufrieden konnten die Aussteller auch mit der Entscheiderqualität des Fachpublikums sein: 71,3 Prozent der Befragten gaben zu Protokoll, „ausschlaggebend oder mitentscheidend bei Anschaffungen und Investitionen“ zu sein.
Gelungener Messe-Relaunch
„Mein Kompliment an die Hersteller, die Industrie hat sich mit super gelungenen Ständen und kompetenter Beratung sehr bemüht und hat damit bei den Besuchern großes Lob geerntet“, freut sich Ing. Michael Mattes, der Bundesinnungsmeister der Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker, über die Unternehmensauftritte bei der Aquatherm 2010. „Wir haben eine gelungene Veranstaltung mit zahlreichen Besuchern aus anderen Bundesländern erlebt. Ich hoffe, dass die Aquatherm weiter wächst und in den nächsten Jahren wieder den Stand aus früheren Zeiten erreicht.“ Als Geburtshelfer der ersten Stunde freut sich Bernhard Karlsberger von Hansa Austria über den Messeerfolg: „Die Messe wurde von allen Teilnehmern ernstgenommen und ist für das nächste Mal ein absolutes ‚Must‘. Wir hatten eine Besucherauslastung von fast hundert Prozent an unserem Stand. Die Aquatherm ist genau die Plattform, die Österreich im hochentwickelten Sanitär- und Heizungsmarkt braucht – darüber gibt es keine Diskussion. Es war ein Luxus, dass wir so viele Jahre auf diese Messe verzichtet haben.“ Gerhard Vogel von Wilo Pumpen Österreich zieht ebenfalls eine erfreuliche Bilanz: „Es ist eine tolle Leistung, dass man fast ausnahmslos alle namhaften Hersteller wiedervereinen konnte. Dass die Besucher das komplette Angebot zu sehen bekamen, ist sicher der Erfolgsfaktor für diese Messe.“ Als sehr erfreulich bezeichnet Gerhard Vogel die „hohe Qualität der gezeigten Produkte: Der Zeitpunkt für die Messe war richtig, es konnten viele Neuigkeiten präsentiert werden, die den Besuch rechtfertigen.“

© Martin Pechal, Reed Exhibitions Messe
Ausblick
„Der Erfolg der Aquatherm 2010 in der Messe Wien hat gezeigt: Die Branche braucht diese B2B-Fachmesse, denn die kontinuierlichen Innovationen in den SHK-Branchen verlangen vom Fachmann, dass er sich regelmäßig über Trends und Neuerungen informiert“, sieht Ing. Christian Friedl die Notwendigkeit und damit auch das Konzept der Aquatherm bestätigt. Reed-Chef Johann Jungreithmair richtet nach dem überaus erfolgreichen Start in die neue Aquatherm-Ära den Blick bereits in die Zukunft: „Auf dem jüngsten Erfolg lässt sich perfekt aufbauen: Zur nächsten Aquatherm im Jänner 2012 in der Messe Wien sollte es demnach möglich sein, die noch fehlenden Firmen im Bereich erneuerbare Energien sowie im Bereich Klima- und Lüftungstechnik zur Messeteilnahme zu motivieren. Damit wird ein noch vollständigeres, ausgeweitetes Angebot erreicht werden.“ Im Bereich Sanitär zeigten Aussteller wie Duravit, Grohe, Hansgrohe, Keramag, Kludi oder Laufen elegante Armaturen, Waschtische, Dampfduschen und neuartige Brauseköpfe. Die Anbieter setzen hierbei auf hochwertiges, aber zugleich leistbares Design und leicht zu reinigende Oberflächen. Die Formsprache bedient sich teilweise sehr „spacig“ anmutender Geometrien. Bei den Duschen und Wannen berücksichtigt man immer mehr die Barrierefreiheit, die bei den neuen Sanitärprodukten allerdings nicht zulasten der Optik geht. Einige der interessanten Neuheiten waren ein Schwallperlator von Kludi, der das Wasser am Waschtisch wie aus einer natürlichen Quelle fließen lässt. Keramag präsentierte erstmals ein Generationenbad – gleichermaßen geeignet für junge Bauherren als auch für die Generation 50plus im zeitlos-modernen Design und mit erhöhtem Sicherheitsstandard. Weiters war eine neuentwickelte Armatur von Grohe zu sehen, aus der man durch einfaches Betätigen eines Schiebereglers 100 Grad heißes Wasser beziehen kann. Bei Novellini zeigte man eine neue Duschserie mit aufgeklebten Scharnieren, die eine Reinigung der Kabine schnell und gründlich ermöglichen. Geberit präsentierte als Highlight Aquaclean, ein WC, das mit Wasser reinigt.

© Martin Pechal, Reed Exhibitions Messe
Intelligente Regelungen
Bei der Aquatherm 2010 gab sich praktisch die gesamte Heizungsbranche ein Stelldichein und präsentierte ein breites Spektrum an modernen und umweltschonenden Lösungen in den Technologien Brennwerttechnik, Wärmepumpen, Biomasse sowie Solarthermie und Fotovoltaik. Bei Buderus, Fröling, Hargassner, Hoval, Junkers, Ochsner, Stiebel Eltron, Vaillant, Viessmann, Walter bösch, Windhager und Wolf Heiztechnik standen die gleichen Zutaten auf der „Argumentationsliste“ für die neuen Systeme: hohe Energieeffizienz, geräuscharme Betriebsweise, geringe Wartungsintensität, platzsparende Abmessungen, leichte Montage sowie intelligente Regelung. Die größeren Anbieter zeigten ein durchgängiges Komplettangebot aller Technologien. Daneben gesellten sich viele Anbieter, die sich auf eine der Technologien, vor allem auf dem Sektor erneuerbare Energien, spezialisiert haben. Was sich in den nächsten Jahren technologisch durchsetzen wird, darin gingen bei der Aquatherm 2010 die Meinungen etwas auseinander. Nicht zuletzt deshalb, weil die zukünftige Nutzung einer Technologie immer von verschiedenen Rahmenbedingungen abhängig sein wird wie etwa Rohstoffpreis und -verfügbarkeit sowie Förderungen.
Wer sich als Anwender nicht auf ein einziges System „einlassen“ will, dem präsentierten die Hersteller vielfältige Kombinationen zweier oder mehrerer Technologien wie etwa Varianten aus Solarenergie und Brennwerttechnik oder Pelletskessel, kombiniert mit Wärmepumpe und Solartechnik.
Kontrollierte Wohnraumlüftung
Auf dem Sektor Klima und Lüftung zog sich das Thema „kontrollierte Wohnraumlüftung“ wie ein roter Faden durch das Angebot der Aquatherm 2010. Präsentiert wurden unter anderem von Hoval und Swegon neue Geräte, die extrem schmal sind und überdies eine nochmals verbesserte Energieeffizienz aufweisen. Bei diesen modernen Geräten gelingt eine sehr hohe Wärmerückgewinnung.
( Redaktion: Gebäudeinstallation)

Statements
Gefragt nach den Eindrücken zur Messe bzw., ob die Aquatherm den Erwartungen gerecht wurde, antworteten die Damen und Herren aus der Branche Folgendes:
Ing. Christian Hofer, Geschäftsführer von Hoval: „Wir sind nicht unzufrieden, denn unsere Erwartungen wurde erfüllt. Nach einem verhaltenen ersten Tag hat die Messe ihren Auftrag ausgezeichnet erfüllt. Unser neues Produktsegment Fernwärme schlägt gut an, und wir hatten viele Interessenten da, hauptsächlich Installateure und Planer.”
Ing. Peter Huber, Geschäftsführer bei Viessmann: „Meine Eindrücke sind äußerst positiv, und die Erwartungen wurden übertroffen, da ein hochqualitativer Besucherstrom, auch aus dem Westen, seinen Weg in das Messegelände fand. Mein Kompliment an die Veranstalter; sie haben die Kunden optimal motiviert!”
Mag. Rudolf Stelzl, Geschäftsführer der Vaillant Group Austria: „Morgens gefragt, hätte ich gesagt, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben, aber auch nicht verdammen. Nach Widrigkeiten wie dem Schneechaos (Dienstag/Mittwoch) hat sich alles zum Guten gewendet. Viele Besucher stehen Schlange, und die Infrastruktur passt. Das Messeteam hat professionelle Vorarbeit geleistet, und ich wüsste nicht, was es auszusetzen gäbe!”
Dipl. Ing. Johannes Pfeil, Geschäftsführer bei Möllersdorf: „Ich bin seit Dienstag, 9.00 Uhr, zufrieden! Salzburg vor drei Jahren war auch nicht schlecht, aber ein total anderes Umfeld und nicht vergleichbar. Wir waren von Anfang an gut besucht.”
Gernot Spiesmaier, Geschäftsführer der Buderus Austria Heiztechnik GmbH: „Der Zustrom liegt über unseren Erwartungen, und wir waren auch Dienstags von Stammkunden gut besucht. Mittwoch und Donnerstag waren ausgezeichnete Tage, und auch die Qualität der Gespräche war sehr gut. Dazu führten wohl auch die organisierten Anreisen der größeren Anbieter mit Bussen etc., aber die Resonanz der Installateure war durchwegs positiv.”
KR Ing. Michael Mattes, BIM Wien: „Das Echo der Messe war sehr gut, und Aussteller wie Stände sind sehr repräsentativ. Ried Messe, VÖK und Sanitärindustrie sind erfolgreiche Partner, und ich hoffe stark, dass die Messe wiederholt wird und sowohl Aussteller als auch Installateure hinzukommen! Generell ist die Aquatherm neu als positiv und zufriedenstellend zu bewerten.”
Mag. Hans Emminger, Marketingleiter der ÖAG: „Eigentlich sind wir mit eher gemischten Gefühlen zur Aquatherm gekommen. Wir sind Anhänger der Aquatherm, mit Wien als idealem Standort, denn wenn wir präsent sind, kommen auch unsere Mitbewerber. Verlierer sind heuer eindeutig jene, die nicht ausgestellt haben. Mit dem Interesse und der Qualität der Besucher sind wir, abgesehen vom ersten Messetag, durchaus zufrieden und hoffen, dass es in zwei Jahren die nächste Aquatherm geben wird. Über einen Publikumstag sollte man nachdenken, dann wäre vielleicht auch ein Tausch der Hallen strategisch sinnvoll.”
Herbert Schwingenschuh, Geschäftsführer von Conform Badmöbel: „Ich bin froh, dass die Aquatherm wieder erstarkt, und bin zufrieden mit unseren Besuchern. Speziell freue ich mich über unsere Messepräsenz gemeinsam mit Artweger. Als gut gelungen sehe ich vor allem unseren heurigen Auftritt, denn wir konnten Komplettbäder zeigen und dem Kunden somit ermöglichen, sich auf unserem Stand auch wohlzufühlen, was sich auch in der hohen Besucherfrequenz widerspiegelte. Alles in allem eine tolle Veranstaltung!”

Robert Friedl, Geschäftsführer von Grohe Österreich, und Mag. Lisa Rheindorf, Marketing-Managerin von Grohe Österreich: „Wir konnten uns auf der Aquatherm über eine hohe Besucherfrequenz freuen, die gewünschte Zielgruppe der Installateure und Monteure war gut vertreten, ebenso wie der gesamte Großhandel von den Vorständen bis zu den Schauraumvertretern. Insgesamt haben wir also einen sehr guten Eindruck von dieser Ausgabe der Aquatherm, auch die Qualitä
t war top und bot die richtige Plattform, die die Branche braucht. Wir sind sehr zuversichtlich, dass sich die Messe wieder etablieren wird. Wünschen würden wir uns, dass man die Aquatherm etwa um zwei Tage verlängert und für Endkunden öffnet, denn von ihnen leben wir, und gerade sie werden ausgeschlossen.”
