EOOS entwarf die erste Sauna von Duravit
14.04.2010
„Die wahre Geschichte ist ein glühend heißer Stein”
Ganze vier Jahre haben Eoos und Duravit in dieses Projekt investiert. „Wenn Sie ein Projekt über vier Jahre hinweg entwickeln, besteht die Gefahr, dass sich die Seele des Objektes verliert“, berichtete Martin Bergmann. Doch in diesem Fall haben die drei Designer die Seele nicht verloren, sondern durch den Prozess erst gefunden. Zuerst kam das Raumkonzept und dann erst die Idee.
„Das Briefing von Duravit war ganz einfach, wir sollten ein Wellnessmodul auf geringer Grundfläche machen“, berichtet Gernot Bohmann im Gespräch weiter. Der Uransatz von Eoos bestand nun schlicht darin, die Wanne aus dem Bad heraus und dafür die Sauna hineinzubringen. „Doch dann haben wir erst einmal eine Schachtel gebaut und geschaut, wie man sich in diesem Raum überhaupt einrichten kann“, ergänzt Harald Gründl, das dritte Eoos-Mitglied. Am Ende dieser Studie entstand ein Minimalraum, der auf einer Seite zur Gänze hin offen ist und auf der anderen eine Hinterwand besitzt, die ganz in Licht getaucht wird. Über diese L-Winkel haben sie begonnen, den Innenraum neu aufzulösen. Das Ergebnis: eine terrassenförmige Anordnung der Elemente zu einer „Niveaulandschaft, die die Bänke völlig anders gliedert“. Auf einer Grundfläche von 235 x 117 cm bei einer Höhe von 222 cm können nun im Maximalfall vier Personen sitzen oder zwei liegen. Und: Die Menschen können sogar zueinander gewandt sitzen. Doch es ging nicht nur um die Zahl der Personen, sondern auch um die Qualität der einzelnen Haltungen. Harald Gründl hatte sogar intensiv geforscht, inwieweit bestimmte Haltungen, kombiniert mit entsprechender Konzentration, dabei helfen, in andere Bewusstseinsebenen zu kommen. „Das ist aber persönlicher Geschmack“, räumte Gründl ein. Fest steht für ihn jedenfalls, dass dieses „Saunahaltungskonzept“ ein breiteres Haltungsangebot bietet als die Aufteilung herkömmlicher Saunen.
Eoos hatte nun zwar vier Personen untergebracht, aber es war kein Platz mehr für den Ofen. Aus einem vergangenen Projekt hatte Eoos intensiven Kontakt mit einem Lüftungstechniker, und „der war mit uns schon Kummer gewohnt“, berichtete Bergmann schmunzelnd. Mit ihm haben sie einen Prototypen für einen eigenen Ofen gebaut – der erste war schlicht ein Topf, der oben zugeschweißt war. Dieser „Topf“ wurde zum Auslöser für die Entwicklung einer eigenen Technik, die sich dadurch auszeichnet, dass sie komplexe Funktionen beherrscht, aber nichts davon sichtbar macht. In der heutigen Endversion sind alle Aggregate auf einen Träger montiert, der in Verlängerung der Seitenwand komplett hinter einer Holzblende verborgen ist. Der Träger ist ausziehbar. So sind Steuerung, Ofen mit Lüfter und der Verdampfer stets zugänglich, aber nie zu sehen. Auch der Wasserbehälter für das Aufgussmodul hat hier seinen Platz.

Breites Haltungsangebot für max. vier Personen
Egal ob Erdloch oder Hütte, die gewählten Orte für das Saunahaus hatten immer eine Öffnung, durch die Licht hereingekommen ist. Diesen Blickkontakt zur äußeren Landschaft interpretierte Eoos als ganz wichtiges Merkmal. Die gesamte hintere Wand von Inipi ist in Licht getaucht, leuchtet in verschiedenen Farben und strahlt fundiert Licht nach vorne ab. Die Frontscheibe ist ebenfalls transparent; dadurch ergibt sich der Blick auf die äußere „Landschaft“.
Bergmann träumt davon, eines Tages eine Sauna in den Garten zu stellen. Bohmann denkt da pragmatischer und hätte seine Sauna gerne direkt im Büro. Und Harald Gründl? Er zieht es vor, zuhause „so wenig wie möglich Eoos-Produkte zu haben“. Ein Fehler, wie die anderen Kollegen meinen. Vielleicht sind ihre Meinungsunterschiede gerade das, was das Trio immer wieder in ihrer Auseinandersetzung mit dem Thema Design beflügelt – wie das Sonnenpferd, für das ihr Name in der griechischen Mythologie steht.
(Redaktion: Gebäude Installation)
www.duravit.at
www.eoos.at

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