Interview
15.04.2010
70 Jahre erfolgreich
Die Synthese von leistungsfähiger Technik, Produktvielfalt und die Lösung abgastechnischer Probleme stehen dabei im Vordergrund. Wir sprachen mit Günter Fischer, Leitung von Vertrieb und Produktmanagement, über die breitgefächerte Produktpalette sowie die Leistungen des Traditionsunternehmens aus Maisach bei München.
Seit nunmehr 75 Jahren entwickelt und produziert Kutzner + Weber Komponenten für die Heiz- und Abgastechnik in Gebäuden. Was ist die Philosophie des Unternehmens?
Anspruch und Leistung von Kutzner + Weber bestehen darin, in Zusammenarbeit mit den Herstellern von Feuerstätten und deren Betreibern optimal funktionierende, ökonomisch und ökologisch einwandfreie Abgasanlagen zur Verfügung zu stellen. Mit dem Einsatz unserer Produkte ist nicht nur der verantwortliche Umgang mit den Energieressourcen, sondern auch eine hohe Betriebssicherheit für die Anlagenbetreiber verbunden.
Gibt es einen „Produktklassiker“, der untrennbar mit dem Namen Kutzner + Weber in Österreich verbunden ist?
In Fachkreisen ist vor allem die thermisch gesteuerte Abgasklappe für den Einsatz an Gasfeuerstätten ein Begriff, auch unter dem Namen Diermayerklappe bekannt. Sie wurde bereits 1934 zum Patent angemeldet und spielt heute noch eine zentrale Rolle, wenn es um den Sicherheitsaspekt einer Abgasanlage geht.
Was ist das Besondere an der Diermayerklappe?
Die thermische Abgasklappe funktioniert ohne zusätzlichen Energieeinsatz. Sie wird nur vom thermischen Auftrieb angetrieben. Die durch einen Bimetall geregelten Klappensegel verschließen während der Stillstandzeit der Feuerstätte den Abgasweg und verhindern so bei Betrieb von mehreren Wärmeerzeugern am selben Abgasschacht den Austritt gefährlicher Abgase in den Wohnraum. Zusätzlich verhindern sie das Abströmen warmer Raumluft in den Abgasschacht. Insgesamt können so Raumwärmeverluste von bis zu 3.000 kW/h pro Jahr vermieden werden.
Eignen sich Diermayerklappen für den Einsatz an allen Gasfeuerstätten oder gibt es Einschränkungen?
In erster Linie kommen Diermayerklappen bei Mehrfachbelegungen in größeren Wohngebäuden zum Einsatz. Für Feuerstätten größerer Bauart oder mit höheren Abgastemperaturen eignen sich eher die motorisch gesteuerten Abgasklappen MUK und MOK. Sie können auch bei Kesseln mit Gebläsebrenner oder bei Festbrennstoff-Feuerstätten installiert werden.
Bei dem Betrieb von Feuerstätten kommt es neben dem Funktionsweise an. Welchen Beitrag leisten die Produkte von Kutzner + Weber in diesem Zusammenhang?
Sicherheitsaspekt auch auf die Wirtschaftlichkeit und die optimale Wenn es um die ökonomische Betriebsweise und das einwandfreie Funktionieren von Feuerstätten und Abgasanlagen geht, stellen Zugbegrenzer eine wichtige Komponente im Abgassystem dar. Sie sorgen für einen stabilen Förderdruck im Wärmeerzeuger bzw. am Abgasstutzen und verhindern eine zu hohe Strömungsgeschwindigkeit der Abgase in der Feuerstätte.
Wie arbeiten Zugbegrenzer im Detail?
Zugbegrenzer arbeiten ohne Hilfsenergie und frei druckabhängig analog des eingestellten Wertes für den gewünschten Auftrieb. Sie sorgen während des gesamten Abbrandes dafür, dass der eingestellte, optimale Förderdruck an der Feuerstätte gesichert ist. Ist der Zug im Abgassystem zu niedrig, schließt die Regelscheibe des Zugbegrenzers und beeinflusst damit das Abgassystem nicht mehr. Daher sind negative Einflüsse bei zu geringem Auftrieb ausgeschlossen.
Der Betrieb moderner Heizungsanlagen, insbesondere mit gebläseunterstützter Verbrennung oder gebläseunterstütztem Abgastransport, kann Schallimmissionen innerhalb des Gebäudes und sogar in der Gebäudeumgebung hervorrufen. Die Lebensqualität wird dadurch eingeschränkt. Wie lässt sich mit der passenden Abgastechnik entgegenwirken?
Kutzner + Weber hat sich speziell mit dieser Problemstellung auseinandergesetzt und bietet inzwischen eine breite Palette von Schalldämpfern an, die vom Einsatz bei übertragungsstarken, tieffrequenten Tönen bis zu deutlich wahrnehmbaren, höherfrequenten Geräuschen in allen Baugrößen zur Verfügung stehen.
Reicht das angebotene Spektrum nicht aus, können nach vorhergehender Messung und qualifizierter Auslegung, zum Beispiel durch die Schallmesspartner in Österreich, auch exakt auf die jeweilige Anforderung angepasste Schalldämpferlösungen realisiert werden.
In letzter Zeit gewinnt das Thema „Reduzierung von Schadstoffemissionen bei Holzfeuerstätten“ (Stichwort Feinstaub) auch in Österreich an Bedeutung. Inwiefern ist Kutzner + Weber in der Lage, mithilfe spezieller Anlagenkomponenten dem Problem entgegenzuwirken?
Sie sprechen mit dieser Frage gleich zwei verschiedene Lösungsmöglichkeiten an: Die Ofenregelung und den Feinstaubpartikelabscheider.
Beide Komponenten wurden für den Einsatz bei Holzfeuerstätten entwickelt. Auch wenn diese nichtgeregelten Wärmeerzeuger von den Herstellern weitestmöglich perfektioniert und geprüft sind, ist ihr Betrieb in Bezug auf das Abbrandverhalten und die Sauberkeit nur so gut, wie der Betreiber es ermöglicht.
Was versteht man unter einer Ofenregelung?
Mit der KW-Ofenregelung lassen sich Festbrennstoffe wie Holz umweltfreundlich verbrennen. Sie ermöglicht einen betreiberunabhängigen, optimalen und emissionsarmen Abbrand. Der Einsatz lohnt sich vor allem auch dann, wenn die Feuerstätte zusammen in einem Raum mit Geräten betrieben wird, die ihre Funktionsweise negativ beeinflussen könnten wie z. B. Lüftungsanlagen oder Dunstabzugshauben. Beeinträchtigungen der sicheren Funktion der Feuerstätten durch zu hohen Unterdruck im Aufstellraum werden so vermieden, und die Rauchgase ziehen sicher durch den Schornstein ab.
Welche Möglichkeiten bietet der zusätzliche Einsatz des Feinstaub-Partikelabscheiders?
Der Partikelabscheider Zumikron kommt besonders in naturgemäß höher belasteten Regionen, wie z. B. Tallagen oder Ballungsgebieten zum Einsatz. In erster Linie ist der Zumikron für den Einsatz an Kleinfeuerstätten bis ca. 50 kW gedacht. Auf Anfrage können natürlich auch Lösungen für größere Anlagen erarbeitet werden.
(Redaktion: Dieter Last, Gebäude Installation)

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