Sie ist eine der größten Attraktionen der Ulmer Innenstadt: die Kunsthalle Weishaupt. Der spektakuläre Bau mit einer Bruttogeschoßfläche von circa 4.000 Quadratmetern präsentiert die private Kunstsammlung des Unternehmers Siegfried Weishaupt. Das Museum zeigt eine Auswahl wertvoller Exponate moderner Kunst mit Fokus auf den Arbeiten von Pop-Art-Künstlern wie Andy Warhol und Roy Lichtenstein.
Das viergeschoßige Gebäude gliedert sich in drei Baukörper, die miteinander verbunden sind. Die Basis bildet ein gläserner Erschließungstrakt, der über den Haupteingang betreten werden kann und in dem eine Treppe über zwei Obergeschoße nach oben führt. Im Erdgeschoß befinden sich ein Empfangsfoyer und ein Café. Ein geschlossener, „eingeschobener" Kubus im ersten und zweiten Obergeschoß bildet den eigentlichen Ausstellungsteil der Kunsthalle: Im ersten Stockwerk befindet sich ein für die Präsentation von Grafik besonders geeigneter Saal, im zweiten Stock werden Skulpturen und Gemälde ausgestellt. Im dritten Baukörper, einem viergeschoßigen Gebäudeteil im Osten des Komplexes, sind die Verwaltung und die Anlieferungszone samt Lastenaufzug untergebracht. Großzügige Glasfassaden unterstreichen im Zusammenspiel mit Sichtbetonelementen die klare Formensprache der Architektur und den einladenden Charakter der Kunsthalle.
Hohe Anforderungen
Aufgrund der empfindlichen Kunst-Exponate sind die technischen Anforderungen an eine exakte und jederzeit zuverlässige Temperierung der Kunsthalle besonders hoch. „Die Raumtemperatur muss in den Ausstellungsräumen ganzjährig minimal 21 Grad Celsius betragen und darf maximal 24 Grad Celsius nicht überschreiten", erläutert der zuständige Planer Markus Zieher die wichtigste Vorgabe. Zudem ist die Minimum-Maximum-Spanne für die Luftfeuchtigkeit im Ausstellungsbereich mit 50 bis 55 Prozent sehr eng gesetzt. Um diese Vorgaben zu erfüllen, setzte das Planungsbüro bei der Realisierung auf das cuprotherm-Flächenheiz- und -kühlsystem. In Verbindung mit einem Quelllüftungssystem kann eine abschnittsweise Temperierung der Ausstellungsräume realisiert werden. Das cuprotherm-System wurde dabei mit blanken Kupferrohren in der Abmessung 14 x 0,8 Millimeter mit cuprotherm-Trockensystemplatten verlegt. Auf einer Gesamtfläche von ca. 2.000 Quadratmetern installierte das zuständige Gebäudetechnikunternehmen rund 8.000 Meter Rohrleitung. Das cuprotherm-System sorgt für die Beheizung aller Räume des Weishaupt-Gebäudes sowie für die Kühlung des Erdgeschoßes und der Ausstellungsflächen im ersten und zweiten Obergeschoß.
Bereits im Empfangsbereich im Erdgeschoß stimmt ein angenehmes Raumklima den Museumsbesucher auf die Besichtigung ein. Hier wird das cuprotherm-System zum Heizen und Kühlen eingesetzt, die Quelllüftung zum Belüften der Räume. Sie versorgt den Empfangsbereich über Lüftungsschlitze, die entlang der Wände installiert sind, mit Frischluft. Die Abluft wird in der oberen Raumhälfte wieder abgezogen. Der Fußbodenaufbau mit dem cuprotherm-System ist im EG und im dritten OG nahezu identisch: Die Basis bildet eine auf der Betondecke liegende, 50 Millimeter dicke Dämmschicht, auf welche die cuprotherm-Systemplatte mit den Kupferrohren montiert wurde. Nach der Abdeckung mit einer Folie erfolgte das Anbringen einer 60 Millimeter dicken Estrichschicht. Den Abschluss bilden ein 20 Millimeter dickes Mörtelbett (im EG) und der Bodenbelag. Im dritten OG, wo das cuprotherm-System die Räume nur beheizt (Kühlung über ein Deckenkühlsystem), wurde ein Textilbelag verlegt. Im Erdgeschoß setzte man hingegen auf hochwertigen Naturstein als Belag.
In den Ausstellungsräumen wurde das cuprotherm-System auf einen Doppelboden installiert, der jeweils aus einer 30 Millimeter dicken, an Ständerfüßen montierten Holzplatte besteht. Die Grundlage des Aufbaus bildet jeweils die cuprotherm-Trockenbauplatte mit den Kupferrohren. Diese Systemplatte ermöglicht auch ein spiralförmiges Verlegen der Heizungsrohre. Auf die darauffolgende Folienabdeckung kam eine 45 Millimeter dicke Estrichschicht. Eine Epoxydhartz-Beschichtung und ein hochfester Fließmörtel bilden den Abschluss.

Die Kombination mit der Quelllüftung ergibt eine ideale technische Lösung zur Âpräzisen Regelung der Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit.
© Metallwerk Möllersdorf
Strikte Klimatisierungs-vorgaben
Über Außenfühler werden Außentemperatur und -feuchtigkeit präzis erfasst und an die zentrale Regeltechnik weitergegeben. Sie nimmt die umgehende Abstimmung des cuprotherm-Systems und der Quelllüftung auf die äußeren Witterungsverhältnisse vor. „Während das cuprotherm-System für die Grundlast sorgt, kann mit der Quelllüftung schnell auf wechselnde und extreme Wetterverhältnisse reagiert werden – so zum Beispiel auf kalte und trockene Außenluft im Winter oder intensive Sonneneinstrahlung mit rascher Innenraumerwärmung im Sommer", erläutert Planer Markus Zieher die Aufgabenteilung beider Systeme. Durch das perfekte Zusammenspiel von Flächentemperierung und Quelllüftung kann so jederzeit eine optimale Klimatisierung der Ausstellungsräume mit wenig Luftverwirbelungen erfolgen.
beheizte „Kunstwand"
Ein besonderes architektonisches Highlight ist eine im Innenraum freistehende, 8,5 Meter breite und 9,5 Meter hohe „Kunstwand" aus verblendetem Stahlgerippe. An der Westfassade des Gebäudes über dem Eingangsbereich positioniert, ist die mit einem großformatigen Bild versehene Wand ein echter „Eye-Catcher". Die Konstruktion kann über ein integriertes Flächentemperierungssystem sowohl beheizt als auch gekühlt werden. Die Temperierung ist notwendig, weil große und rasche Temperaturschwankungen im unmittelbaren Umfeld der Exponate unbedingt zu vermeiden sind. „Die Flächentemperierung erwies sich in Kombination mit der Quelllüftung als eine ideale technische Lösung zur präzisen Regelung der Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit. Dazu kommt, dass das cuprotherm-System und die impulsarme Strömung der Quelllüftung kaum Luftverwirbelungen verursachen und eine sehr gleichmäßige Temperierung ermöglichen", so Planer Markus Zieher.
(Redaktion: Bruno Lukas, Atgams, Wien)


Dipl.-Ing. Johannes Pfeil
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Der aktuelle Profi-Partner-Tipp
von Dipl.-Ing. Johannes Pfeil (Metallwerk Möllersdorf)
„cuprotherm® kann in kürzester Zeit verlegt werden, ist extrem flexibel und garantiert eine unübertroffene Ausnutzung der Wärmemenge sowie problemlosen Betrieb auch noch nach Jahrzehnten.
Außerdem überzeugt cuprotherm® durch seine unbegrenzte Alterungsbeständigkeit und absolute Sauerstoffdichtheit. Ich würde mir wünschen, dass auch in Österreich mehr öffentliche Gebäude nach dem Vorbild des Museums in Ulm klimatisiert würden."