Mit insgesamt 150.000 Fachbesuchern konnte die Expocomfort eine äußerst positive Bilanz ziehen, die durchaus Optimismus für die Zukunft der Branche aufkommen lässt. Ein Großteil der Messebesucher aus dem Ausland war aus europäischen Ländern wie Frankreich, Deutschland, Griechenland, Spanien und der Schweiz angereist, aber auch aus Algerien, Israel, Marokko, Tunesien und der Türkei und China oder Russland. Auf insgesamt 350.000 Quadratmetern präsentierten sich 2.300 Aussteller, darunter etwa 600 internationale Unternehmen, die nicht nur numerisch, sondern auch qualitativ eine hohe Präsenz führender italienischer und internationaler Unternehmen aufwiesen und sich über das große Publikumsinteresse sehr zufrieden zeigten. Vorgestellt wurden Produkte aus dem Sektor der Heiztechnik, der erneuerbaren Energie, der Klima- und Kühltechnik, aus dem Bereich Sanitär, Bauteileproduktion, Wasseraufbereitung und last, but not least aus der Welt des Bades. Aussteller aus der Türkei waren hierbei ebenso vertreten wie aus den Mittelmeerländern, den USA und dem osteuropäischen Raum und unterstrichen die wachsende internationale Bedeutung dieser Veranstaltung.
Innovativ in die Zukunft
Die vorgestellten Produkte zeichneten sich durch ein hohes innovatives Niveau ebenso aus wie durch einen extrem niedrigen Verbrauch und eine derzeit scheinbar spürbare Tendenz zu Wachstum und Expansion. Massimiliano Perrini, Direktor der MCE, sieht in diesem Ergebnis „die zentrale Rolle der Veranstaltung im Rahmen von Installationen im privaten und industriellen Bereich sowie der Klimatisierung" bestätigt. „Als ihr Ziel versteht die von Reed Exhibition Italia organisierte Veranstaltung auch die Veranschaulichung und Nutzung dieser ersten durchaus positiven Vorzeichen eines offenbar beginnenden Umschwungs", schloss Perrini. Dieser Optimismus sei, so Perrini weiter, die beste Medizin, um die ersten Anzeichen einer möglichen Erholung anzukurbeln und als Basis für die Geschäftsabschlüsse der nächsten Zeit heranzuziehen. Seit nun bereits fünfzig Jahren befasst sich die MCE in besonderem Maß mit der Vorausschau, Interpretation und Aufbereitung der durch neue Segmente und Nischenprodukte des Marktes angekündigten Trends.

© Massimo Garriboli, Cestec Spa, Angaisa
Ökologisch und Nachhaltig
Positiv fiel auch die Bilanz über die begleitenden Vorträge aus: Von großer Aktualität war etwa das Thema „Social Housing Emissione Zero" (Sozialer Wohnbau Emission null), in dem es anhand italienischer und europäischer Beispiele um Ökologie und Nachhaltigkeit von Installations- und Klimatisierungssystemen im Bereich des sozialen Wohnbaus ging und das auf großes Interesse stieß. Unterschiedliche Vortragende befassten sich etwa mit der Frage, wie im sozialen Wohnbau trotz limitierten Budgets und dank produkttechnologischer Innovation dennoch umwelt- und energieeffiziente Planung möglich ist. Auch eine Übersicht über die ökologische Umweltpolitik diverser Kommunen und Länder vergegenwärtigte die Existenz unterschiedlichster Wege und Strategien etwa auch zur Reduktion der CO2-Emissionen auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene, wobei vor allem klar wurde, dass Italien abgesehen von seiner Vorzeigeregion Südtirol/Alto Adige in puncto Klimapolitik (wie etwa das erfolgreiche Konzept Klima-Haus) durchaus noch viel aufzuholen hat.
Die MCE 2010 stand allgemein im Zeichen von ökologischer Nachhaltigkeit, Energieeffizienz- und Einsparung sowie wachsender Verschmelzung von Gebäude- und Installationstechnik. Unter dem Titel „Next Energie" wurden unter dem energetischen Aspekt besonders zukunftsweisende Produkte – mit den thematischen Schwerpunkten „Warm, Kalt, Energie, Wasser" – miteinander zu einer Art Zukunftspfad der Energie und Innovation (Percorso Energia & Innovazione) verknüpft. Ein Unternehmen der Region Lombardei (Cestec) war mit dem Prototyp eines begehbaren energieeffizienten Hauses – der „Casa Cened" – als konkretes Beispiel energieeffizienten und energiezertifizierten Wohnens in der Energieklasse A+ vertreten und ermöglichte neben dem Blick auf die technische Ausrüstung einen Einblick auf den konstruktiven Aufbau der baulichen Struktur.

© Massimo Garriboli, Cestec Spa, Angaisa
Die Welt des Bades
Im bereits traditionellen Bereich „Expobagno" stand vor allem die Kreativität der Produkte im Mittelpunkt. Gemeinsam mit dem Verband der Händler für Sanitärartikel, Klimatechnik, Fußböden, Wandverkleidungen und Badezimmeraccessoires (Angaisa) ermöglichte zum Beispiel der Showroom Stereo 3D dem mit Spezialbrillen ausgerüsteten Besucher erstmals einen faszinierenden virtuellen Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten, anhand diverser ausgewählter Produkte Bäder unterschiedlichster Raumkonfigurationen einzurichten. Neben italienischen Unternehmen wie unter anderem Fantini Rubinetti, Colombo Design, Rubinetterie F.lli Frattini, New Line oder Stile hatten sich auch Hansgrohe, Jacuzzi Europe oder Kaldewei an diesem spannenden Projekt beteiligt. Anhand einer reichen Produktgalerie – von der Badewanne, über die Dusche, Waschbecken, Armaturen bis hin zu diversen Accessoires – war es möglich, in einer Art Black Box (unter Verwendung einer 3-D-Brille) konkrete dreidimensionale planerische Einrichtungsbeispiele als scheinbar reelle Räume zu erleben.
„Auch diese Ausgabe der Mostra Convegno Expocomfort hat wieder einmal die Bedeutung des ‚Made in Italy‘ für die Branche der Heizung-, Klima- und Sanitärtechnik ebenso wie die Wichtigkeit, eine Veranstaltung dieser Größenordnung in Italien abzuhalten, unter Beweis gestellt," zeigt sich Sandro Bonomi, Präsident der Anima über den Erfolg der eben zu Ende gegangenen Veranstaltung höchst zufrieden. So auch über das allgemeine internationale positive Feedback. Dies umso mehr, als italienische Unternehmen aus dem Export mehr als fünfzig Prozent ihres Umsatzes verzeichnen. Diese erste befriedigende Bilanz beflügelt jedenfalls die Veranstalter bereits zur Planung der für März 2012 geplanten nächsten Ausgabe.
(Redaktion: Christine Müller, Gebäudeinstallation)
