Erdwärme
04.06.2010
Die Kraft der Erde
Unlängst fand im steirischen Gleisdorf, einer der Energieschutzgemeinden Österreichs, die erste Erdwärme-Enquete des Landes statt. Zahlreiche Besucher waren der Einladung von Agre Erdwärme gefolgt, und so war der Vortagssaal bis auf den letzten Platz gefüllt.
Nach der Begrüßung durch Moderator Mag. Wolfgang Braunstein, Geschäftsführer der Gesellschaft für Absatzförderung sowie Gesellschafter der Firma Sol-IT, der der Arge Erdwärme beratend zur Seite steht, begrüßte auch Bürgermeister Christoph Stark das interessierte Publikum. Auch er unterstrich die Relevanz guter Zusammenarbeit von verschiedenen Industrien aus unterschiedlichsten technischen Richtungen. Natürlich sei auch Geld wichtig, so Stark, doch die Notwendigkeit zur Zusammenarbeit wiege noch mehr.
Univ.-Prof. Dr. Johann Goldbrunner sprach über „Qualitätssicherung bei Erdwärmesonden aus der Sicht eines Geologen". „Erdwärmesonden müssen so gestaltet sein, dass keinerlei Schädigung für Umwelt und aquatisches Geschehen passieren", so Goldbrunner mit dem Verweis auf Staufen in Deutschland, wo sich die Innenstadt aufgrund falscher Verfüllung einer solchen Sonde innerhalb weniger Jahre um 22 Zentimeter abgesenkt hatte. Gemeinsam mit GF Bernhard Stranzl präsentierte der Professor von der TU Graz ein Gerät zur Messung der thermischen Leitfähigkeit der Gesteine des Untergrundes.
Der von der Firma Stranzl entwickelte Thermal-Response-Test (TRT) ist ein elementares Planungsinstrument zur Dimensionierung von Erdwärmesonden für die Wärmepumpennutzung und wird in Zukunft unerlässlich bei der Planung von großen Erdwärmesondenanlagen sein. Außerdem ist der TRT auch für die Verbesserung und Leistungserhöhung von vorhandenen Erdwärmeanlagen geeignet. Zweiter Vortragender des Abends war Univ.-Prof. DI Dr. Hermann Halozan mit seinem Überblick über die Wärmepumpenentwicklung sowie -anwendung. Als Delegierter der Internationalen Energy Agency, Chairman der Gütesiegelkommission der Europäischen Wärmepumpenvereinigung und Vorsitzender des österreichischen Gütesiegelkomitees wusste er einiges über die zwischenzeitlich in Vergessenheit geratene Grundidee aus dem Jahre 1824 zu berichten. So alt die Idee der Erdwärmenutzung sein mag, so interessant ist sie über die letzten Jahre dank immer wiederkehrender Ölkrisen geworden. Nach den zwei spannenden Vorträgen unterhielten sich Besucher und Vortragende weiter bei steirischen Schmankerln über Chancen und Vorteile der Erdwärmenutzung. Der Gastgeber konnte mit seiner Veranstaltung mehr als zufrieden sein. „Das Unternehmen Arge Erdwärme wurde als Kooperationsplattform gegründet, um die Fachkompetenzen der beteiligten Unternehmen im Bereich der Erdwärmenutzung zu bündeln. Es greift auf ein breites Netzwerk von Partnern zurück und profitiert von langjährigem Know-how", so GF Ing. Karl Deixelberger.
www.arge-erdwaerme.at
www.stranzl.com
(Redaktion: Martin Pechal, Gebäudeinstallation)

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