26.07.2010
Österreichische Solarbranche im Aufwind
2009 ist der heimische Solarmarkt trotz weltweiter Wirtschaftskrise um 0,5 Prozent gewachsen, die Branche konnte alle Mitarbeiter in Produktion und Installation halten. Derzeit werden laufend neue Stellen ausgeschrieben. Die Branche sieht der Zukunft zuversichtlich entgegen.

Österreich zählte auch im Krisenjahr 2009 im internationalen Vergleich zu den stabilen Solarmärkten, der Markt stieg leicht um 0,5 Prozent auf rund 365.000 Quadratmeter Kollektorfläche an. Hingegen hatten die größten Solarmärkte wie Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien allesamt mit Einbußen bis zu minus 23 Prozent zu kämpfen. „Der technologische Vorsprung Österreichs bei Solartechnik hat uns im schwierigen Jahr 2009 sehr geholfen“, so Robert Kanduth, Obmann des Verbandes Austria Solar. Die vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie in einer Veranstaltung kürzlich präsentierte Statistik weist im Vorjahr den stärksten Zuwachs in den Bundesländern Salzburg (+ 57 %), Wien (+ 35 %) und NÖ (+ 23 %) auf. Ein Rückgang war in Tirol (- 44 %), Kärnten (- 24 %) und Vorarlberg (-12,7 %) am stärksten.
„Green Jobs“ trotz Wirtschaftskrise
Viele Betriebe mussten ihre Produktion im Vorjahr stark drosseln, tausende Mitarbeiter wurden auf Kurzarbeit geschickt oder entlassen. Nicht so in der Solarwärmebranche. Trotz einem Exportrückgang von 18 Prozent musste keine Solarfirma Beschäftigte entlassen oder zur Kurzarbeit anmelden – im Gegenteil: in der Online Jobbörse des Verbandes Austria Solar sind durchgehend dutzende freie Stellen ausgeschrieben; Für das weitere Wachstum benötigt die Branche dringend Lehrlinge und qualifizierte Fachkräfte. Gefragt sind Solarmonteure, Produktionsmitarbeiter und Verkaufsprofis.
„Die Solarwärmebranche zähle heute mit 6.200 Beschäftigten, fast doppelt so viele wie noch vor fünf Jahren“, verweist Roger Hackstock, Geschäftsführer des Verbandes Austria Solar, auf die wachsende Bedeutung der Branche.
Solaranlagen Österreichs auf dem Vormarsch
Die Wärmeleistung der insgesamt 4,3 Mio Solarkollektoren übersteigt mit 3.000 MW bei weitem die Gesamtleistung aller heimischen Donaukraftwerke. Alle Solaranlagenbesitzer sparen sich damit rund 100 Millionen Euro an Energiekosten jährlich. Mit dem Jahreswärmeertrag aller Solaranlagen von 1.429 GWh könnte man alle Vorarlberger Haushalte mehr als ein Jahr lang mit Wärme versorgen. Die gewaltige Menge an Energieeinsparung entspricht einer 385 Kilometer langen mit Heizöl befüllten Tankwagen-Kolonne. Durch Solaranlagen wird die Umwelt mittlerweile um knapp eine halbe Million Tonne CO2 entlastet. Jede Solaranlage für Warmwasser und Heizungsunterstützung vermeidet rund 2 Tonnen CO2 pro Jahr und schützt damit das Klima in der größenordnung von 140 neu gepflanzten Bäumen.
Solarwärme für Raumwärmebereitstellung
Bei einer Halbierung des Energieverbrauches für Warmwasser und Heizung in Österreich könnte dieser zu 90 Prozent mit erneuerbarer Energie bereit gestellt werden. So lautet das Ergebnis einer neuen Studie, die die TU-Wien im Auftrag des Energie- und Klimafonds unter dem Titel „Die Zukunft der Raumwärmebereitstellung – Heizen 2050“ erstellte. Solarwärme hat dabei einen wichtigen Stellenwert, wie die Studienautoren betonen. In Zukunft spielten Forschung und Entwicklung eine zentrale Rolle, um bis 2050 neue Produkte auf den Markt zu bringen und die Preise zu senken. Spannende Neuerungen lägen in der Entwicklung, von Kollektoren für Prozesswärme, schlaue Systemkombinationen mit Wärmepumpen bis zu chemischen Wärmeträgern mit der vielfachen Speicherdichte von Wasser. Die Österreichische Technologieplattform für Solarthermie ASTTP hat dazu kürzlich eine Forschungsagenda veröffentlicht. Insgesamt sieht die Solarwärme der Zukunft sehr zuversichtlich entgegen.

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