09.08.2010
Aufstockung der EU-Ziele: Ein Appell
Eine aktuelle Studie der EU-Kommission macht deutlich: Die Kosten für Klimaschutzmaßnahmen sind eklatant eingebrochen. Konkret kostet das EU-Klimaschutzprogramm ein Drittel weniger als erwartet. Eine Ausweitung der EU-Reduktionsziele auf 30 Prozent würde Investitionen in der Höhe von 0,5 Prozent des europäischen BIPs erforderlich machen – ein Ziel, das von der UNO zur Entschärfung des bedrohenden Klimawandels und dessen katastrophale Folgen als notwendig erachtet wird.
Klimaschutz-Blockade der Industrie muss gebrochen werden
Eine Erhöhung der Ziele soll vor allem über Einschränkungen der Industrieemissionen erreicht werden. "Die Katastrophenszenarien, die die Industrie jetzt zeichnet, können wir nach seriöser Prüfung nicht nachvollziehen: Nach der Studie der EU-Kommission würde die Kostenbelastung für die Industrie nicht steigen, da der Preis für CO2 -Zertifikate durch die Wirtschaftskrise zuletzt völlig eingebrochen ist", so Gerhard Heilingbrunner, Präsident des Umweltdachverbandes.
Zu den größten CO2-Emittenten Österreichs gehören VOEST-Alpine, Verbund und OMV. Die Industrie verfügt über genügend finanzielle Mittel; Denn ein Blick in die Bilanzen beweist, dass selbst im Krisenjahr 2009 hohe Gewinne erwirtschaftet werden konnten.
Konkret weist die Verbundgesellschaft, einer der größten Emittenten von CO2 in Österreich, ein operatives Ergebnis von 1,04 Mrd. Euro aus (mit einer Dividendenausschüttung 2009 von Euro 385 Mio.) die VOEST-Alpine, größter CO2-EmittentÖsterreichs, 352 Mio. Euro (Dividende 2009: Euro 85 Mio.) und die OMV ein operatives Ergebnis von 1,4 Mrd. Euro (Dividende 2009: Euro 336 Mio.).
Laut Heilingbrunner, stimme es demnach also einfach nicht, dass kein Geld für Klimaschutz zur Verfügung stehe. „Ziel muss es sein, die Gewinne der Unternehmen in Investitionen für Energieeffizienz und erneuerbare Energie zu lenken – und das ist nur mit höheren und strengeren Klimazielen in Kombination mit steuerlichen „Ökozuckerln“ machbar. Wir können den Klimawandel nur eindämmen, wenn wir die richtigen Ziele verfolgen – was absolut leistbar ist", meint Heilingbrunner.

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