17.06.2010
Studie der Vereinten Nationen zu Ressourcenmanagement
„Prinzipiell geht es darum, aufzuzeigen, wie man der Sorge über die Begrenzung der Ressourcen sinnvoll begegnen kann", fasst Co-Chairman Ernst Ulrich von Weizsäcker zusammen. In fünf Arbeitsgruppen wird daran gearbeitet, eine Abkoppelung des Wohlstands vom Ressourcenverbrauch zu dokumentieren.
„Wir haben in unserer ersten Studie genau herausgekehrt, was auf der Erde die größten Umweltschäden verursacht“, erläutert Edgar Hertwich, Professor für Energie and Umweltsystemanalyse der norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie. An der Spitze der umweltschädigenden Maßnahmen stehen die Nutzung fossiler Brennstoffe sowie der Abbau bzw. die energieintensiven Produktionsverfahren einiger Materialien wie zum Beispiel Eisen, Stahl, Aluminium und Plastik.
Schädling Landwirtschaft
Aber auch die Landwirtschaft steht ganz oben auf der Liste der größten ökologischen Fußabdrücke. „Sie ist für 20 Prozent der Treibhausgasemissionen, für 60 Prozent der Phosphor- und Stickstoffemissionen und für 30 Prozent der Gift-Emissionen in Europa - insbesondere von Chemikalien – verantwortlich“, präzisiert Hertwich. Den größten Anteil an diesen negativen Folgen für unsere Umwelt trage die Produktion von Fleisch- und Milchprodukten; Auch gingen weiters 70 Prozent des weltweiten Süßwasserbedarfs und 38 Prozent der gesamten Fläche auf Kosten der Landwirtschaft.
„Je wohlhabender ein Land ist, desto mehr wird konsumiert und umso mehr negative Einflüsse hat dies auf die Umwelt. Dies bestimmt maßgeblich die gravierenden Unterschiede zwischen den Regionen der Welt“, so Hertwich weiter. Denn bei Verdoppelung des Einkommens stiegen negative Umwelteinflüsse um nahezu 80 Prozent. Der Bericht widerlegt somit, dass höherer Wohlstand zu einem grüneren Planeten führt. Und allein 20 bis 30 Prozent des ökologischen Fußabdrucks entstehen durch den Import von Waren.
Optionen für nachhaltiges Handeln
Laut Richard von Weizsäcker erstellt die Studie zwar eine Diagnose, nun gelte es jedoch die geeignete Therapie zu finden. „Wir folgen der von UNEP-Direktor Achim Steiner vorgeschlagenen Abkopplung des Wohlstands von den verursachten Schäden. Im Falle der Landwirtschaft bedeutet dies unter der Prämisse, dass die Weltbevölkerung bis 2050 um 50 Prozent zunimmt, eine radikale Änderung der Ernährungsgewohnheiten weg von tierischen Produkten“, erklärt von Weizsäcker weiter.
Die 149 Seiten lange UNEP-Studie richtet sich an die politischen Entscheidungsträger, und zeigt auf, wo die großen Umweltauswirkungen liegen und, dass sehr viel Arbeit nötig ist, diese einzudämmen. www.unep.fr/scp/rpanel

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