17.06.2010
Neue Marktstatistik zu erneuerbaren Energien in Österreich
Die neuen Marktentwicklungen der österreichischen Betriebe für Biomasse, Photovoltaik, Solarthermie und Wärmepumpen liegen vor: 28.200 Arbeitsplätze, 3,4 Mrd. Euro Branchenumsatz, 15 Mio. to CO2-Ersparnis.
Die Ergebnisse der vom BMVIT beauftragten Marktstudie wurden Anfang Juni im Rahmen der Veranstaltung "Innovationsstrategien - Erneuerbare Energien" in Wien präsentiert. Die Wirtschaftskrise ließ wie viele andere Wirtschaftsbereiche auch den Bereich der innovativen Energietechnologien im Jahr 2009 nicht unberührt. Zwar wurde der starke Aufwärtstrend der letzten Jahre gedämpft, insgesamt zeigt sich aber dennoch ein positives Bild: Im Vorjahr erzielten die Unternehmen in den vier Bereichen mit 28.200 Vollzeitbeschäftigten einen Umsatz von 3.4 Milliarden Euro; und die CO2-Einsparung belief sich auf 15 Millionen Tonnen.
Förderung von Forschung und Technologie
"Österreichs Unternehmen bewähren sich im Bereich erneuerbarer Energien im internationalen Wettbewerb", betont Infrastrukturministerin Doris Bures zum neuen Marktbericht. "Um diese Spitzenposition zu halten, müssen wir die Forschung und Technologieentwicklung in den Betrieben fördern – gerade in den kleinen und mittleren Unternehmen, die das Rückgrat unserer Wirtschaft sind. Denn die Forschungsausgaben von heute schaffen die Arbeitsplätze von morgen."
Erstmals wurden in dieser jährlich vorgelegten Marktstudie auch die festen Biomassebrennstoffe, -kessel und -öfen erfasst. Sie weisen einen hohen inländischen Wertschöpfungsanteil auf. Ein Gesamtumsatz von 2,14 Milliarden Euro und 17.500 Arbeitsplätze (davon 12.230 in Forstwirtschaft, Handel und Vertrieb) verdeutlichen die Bedeutung dieses Wirtschaftssektors für Österreich.
International gefragt: österreichische Biomassetechnologie
Auch international sind österreichische Biomassetechnologien sehr gefragt: So stammen etwa auf dem deutschen Markt zwei von drei Biomassekesseln in der Kategorie bis 100 kW aus österreichischer Produktion.
2009 kam es zu einer neuen starken Marktdiffusion von Photovoltaikanlagen in Österreich, was 2009 zu einer jährlich installierten Photovoltaikleistung von 20.209 kWpeak führte und einer Verfünffachung im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Im Bereich der Photovoltaik-Module liegt die Exportquote bei 91 Prozent. Die spezifischen Kosten bei netzgekoppelten PV-Anlagen konnten darüber hinaus gegenüber dem Vorjahr um 14 Prozent gesenkt werden.
Österreich hat seit Jahren eine hohe Marktpräsenz bei thermischen Solaranlagen. Diese konnte leicht gesteigert werden (+0,5 %). Insgesamt sind 4,3 Millionen Quadratmetern Kollektorfläche in Betrieb, was einer thermischen Leistung von 3 Gigawatt und einer CO2-Einsparung von 455.000 Tonnen entspricht. Um die Markt- und Technologieführerschaften auf diesem Sektor auszubauen zu können, sollen künftig neue Anwendungen wie solare Prozesswärme erschlossen und die Frage der Wärmespeicher intensiv beforscht werden.
Der Wärmepumpenmarkt verzeichnete Rückgänge von 8 Prozent bei den Heizungswärmepumpen; zum Teil wurde dieser jedoch durch den Anstieg um 3 Prozent bei den Exportraten kompensiert. Bei den Brauchwasserwärmepumpen betrug das Umsatzwachstum 5 Prozent. Insgesamt sichert diese Branche 1.151 Arbeitsplätze. Als wichtiger Ansatz für die Forschung und technologische Weiterentwicklung der Wärmepumpen ist es erforderlich, Strom, als die dafür benötigte Antriebsenergie möglichst gering zu halten bzw. aus erneuerbaren Quellen abzudecken.
Technologischer Fortschritt durch BMVIT-Forschungsprogramme
Das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie hat viel unternommen, um die gute Entwicklung in Österreich mit Forschungsprogrammen zu unterstützen. Alleine in den Programmen „Haus der Zukunft“ und „Haus der Zukunft Plus“ wurden in den letzten Jahren über 350 Forschungsprojekte mit rund 45 Millionen Euro auf dem Gebiet der innovativen Gebäudetechnologien gefördert. Über den Klimafonds werden jährlich mehr als 35 Millionen Euro für das Forschungs- und Technologieprogramm „Neue Energien 2020“ zur Verfügung gestellt.
Anfang Juni startete nun hierzu die 4. Ausschreibung. Das BMVIT unterstützt außerdem die Zusammenarbeit im Rahmen der Internationalen Energieagentur. Österreichische Experten engagieren sich derzeit in den vier untersuchten Technologiebereichen in 24 IEA Kooperationsprojekten.
Den Endbericht der Studie „Innovative Energietechnologien in Österreich Marktentwicklung 2009“ sowie eine Übersichtstabelle mit den wichtigsten Kennzahlen (Umsätze, Arbeitsplätze, Export, CO2-Einsparung und installierte Leistung in den 4 Sektoren) unter: www.nachhaltigwirtschaften.at/publikationen/view.html/id797

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