05.07.2010
Heizölbranche für höhere Pelletspreise
Auf Nutzer für Ölheizungen werden durch explodierende Heizölpreise sowie durch die geplante Ökologisierung des Steuersystems in Zukunft weitere finanzielle Belastungen zukommen. Daher fordert die österreichische Heizölbranche die Abschaffung der derzeit vergünstigten Mehrwertsteuer auf Pelletspreise.
Das Argument der Vertreter der Branche: es gebe keine Gleichberechtigung von Heizöl und Biomasse. Martin Reichard, Chef des Instituts für Wirtschaftliche Ölheizungen fordert im Namen seines Instituts „eine Gleichstellung, nicht eine Anhebung der Pelletspreise". Das bedeute, dass die derzeit reduzierte zehnprozentige Umsatzsteuer von Pellets auf das Niveau von Heizöl – also 20 Prozent – angeglichen wird. „Wenn Pellets schon nicht mit der Mineralölsteuer besteuert werden, sollte wenigstens der Mehrwertsteuersatz gleich sein."
Großteils aus Österreich
Auf das Argument, dass die Wertschöpfungskette beim Erdöl zum Großteil im Ausland bleibe, kontert Reichard, dass die derzeit vorhandene Menge von Biomasse auch nicht aus heimischen Beständen erfüllt werden könne, sondern zum Teil aus Kanada importiert werden müsse.
Laut Christian Rakos des Verbandes Pro Pellets austria seien die Pellets-Mengen in Österreich derzeit ausreichend, denn die vorhandene Produktionskapazität betrüge eine Million Tonnen jährlich, nur 500.000 Tonnen würden aber derzeit benötigt. Zwar stimme das Argument, dass Pellets aus Kanada importiert werden, allerdings fänden diese nur für Industrieanlagen außerhalb Österreichs Verwendung und eigneten sich nicht im Hausbetrieb.
Ökobilanz- und Feinstaub-Diskussion
„Die Emissionen von Pelletsheizungen liegen eindeutig über jenen moderner Ölheizungen", meint Reichard. Negativ wirke sich dies auf die Ökobilanz aus. Zur Frage, wie die Ökobilanz eines Liter Heizöls aussieht, der in 1.500 Metern Tiefe auf hoher See gewonnen wird, anschließend verfrachtet, raffiniert und dann um Kontinente verschifft wird, wollte Reichard keine Stellung nehmen.
"Eine moderne Pelletsheizung emittiert jährlich rund ein Kilogramm Asche im Staub. Die Feinstaubbelastung in Österreich beträgt hingegen im Vergleich dazu 50.000 Tonnen jährlich. Pelletsheizungen trügen mit etwa einem Promille zur bundesweiten Feinstaubbelastung bei, präzisierte Rakos, auch gebe es bei den Pelletsheizkesseln eine technische Weiterentwicklung. Die Technologie konnte in den vergangenen Jahren jedenfalls Erfolge verbuchen, denn eine moderne Heizanlage emittiert um 95 Prozent weniger Feinstäube als ein alter Holzofen."
Suche nach Alternativen
„Momentan gibt es keine Alternative zum System mit fossilen Brennstoffen", meint Reichard, alle anderen Systeme wären zu wenig ausgereift. Energieexperte und, Präsident vom Bundesverband Photovoltaic Austria Hans Kronberger widerspricht Reichard. Er meint, dass allen Alternativen, die einen Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen vorzuziehen seien, bereits aufgrund der Verringerung einer Ölabhängigkeit der Vorzug zu geben sei. Auch deutlich kürzere Transportwege wären ein weiteres Argument.

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