12.07.2010
Klimaschule im Nationalpark Hohe Tauern
Die neue „Verbund Klimaschule des Nationalparks Hohe Tauern“ wurde vor kurzem in Anwesenheit von Bundespräsidenten und des Umweltminister im Mallnitzer Seebachtal feierlich eröffnet. Mit dem innovativen Bildungsprogramm gehen der Nationalpark Hohe Tauern und Österreichs Stromunternehmen Verbund neue Wege beim Klimaschutz.
In seiner Eröffnungsansprache unterstrich auch Bundespräsident Heinz Fischer den Klimaschutz als eine der wichtigsten Herausforderungen der heutigen Zeit, der man mit starken Maßnahmen aktiv Rechnung tragen müsse. Nationalparks seien ein wichtiger Bestandteil umweltbewusster Politik, die sich den Gedanken des Klimaschutzes und des verantwortungsvollen Umgangs mit unseren Ressourcen bewusst ist. Diese Politik wiederum müsse in eine globale Umwelt- und Klimapolitik eingebaut werden, die auf die Erkenntnisse der Wissenschaft bedacht nimmt und die Lebensbedingungen künftiger Generationen nicht aus den Augen verliert, formulierte der Bundespräsident.
Persönliches Engagement gefragt
Klimaschutz bedeute Artenschutz, betonte Umweltminister Nikolaus Berlakovich in seiner Rede im heurigen Internationalen Jahr der Artenvielfalt, und miente weiter: „Ein Temperaturanstieg durch den Klimawandel würde das sensible Ökosystem in den Alpen gefährden und zum Ausstreben vieler Tieren und Pflanzen in Hochgebirgen wie im Nationalpark Hohe Tauern führen.“ Umdenken täte Not, um diese Entwicklung aufzuhalten, ebenso wie mehr Einsatz erneuerbarer Energie, sanfte Mobilität und nachhaltige Tourismuswirtschaft. Der Naturreichtum sei wie ein Kulturgut zu schützen, denn nur so könnten intakte Naturlandschaften auch für zukünftige Generationen erhalten werden. Je früher den Jugendlichen vermittelt würde, dass sich alle persönlich engagieren sollten, umso selbstverständlicher würde dann der Umgang mit Klima- und Umweltschutz im Erwachsenenalter, appellierte Umweltminister Berlakovich.
Jugendliche und die Bedeutung des Klimaschutzes
Mehr als ein Jahr arbeiteten Nationalpark Hohe Tauern und Verbund – als „Nachbarn“ durch die Verbund Wasserkraftwerke wie Kaprun, Malta und Mayrhofen – intensiv an dem Bildungsprogramm Klimaschule an der Ausarbeitung des zukunftsweisenden und vor allem nachhaltigen Ausbildungsprogramms: In der „Verbund Klimaschule des Nationalparks Hohe Tauern“ können Schüler durch interaktives Lernen, Erfahren, Beobachten und Analysieren ein Verständnis für die Faktoren und Zusammenhänge, die das Klima regional und global beeinflussen, entwickeln.
Bereits im Jugendalter wird auf diese Weise das Bewusstsein zu aktivem Klimaschutz geformt und den Entscheidungsträgern von morgen wird bewusst, dass als Botschafter für den Klimaschutz ihr Wissen an ihre Familien weitergeben, erläuterte Kärntens Landeshauptmann-Stellvertreter und Vorsitzender des Nationalparkrates Hohe Tauern Uwe Scheuch, die Intention der Klimaschule.
Klimaschutzprojekte aus der Nationalparkregion
Eigene dem Alter der Schüler angepasste Methoden und Materialien für den Unterricht in den Schulen wurden unter dem Motto „vom Regionalen zum Globalen“ entwickelt. Einen besonderen Schwerpunkt bilden Klimaschutzprojekte aus der Nationalparkregion –wie beispielsweise für Tourismus, Landwirtschaft, Energie oder Mobilität. Man möchte die Schüler für einfache, aber wirksame Maßnahmen sensibilisieren, die sie selbst erfolgreich umsetzen können.
Ab Herbst 2010 startet die mobile Klimaschule mit ihrem Programm in den Schulen der Nationalparkregion Hohe Tauern. Die primäre Dialoggruppe der Verbund Klimaschule des Nationalparks Hohe Tauern sind Schüler der Nationalparkregion von der 4. bis zur 8. Schulstufe.
Interessierte Schulen können sich schon jetzt unter www.hohetauern.at/klimaschule über den Unterricht informieren und Termine vereinbaren. In weiterer Folge wird das Programm auf die Nationalpark-Bezirke ausgedehnt. Aber es geht hierbei nicht nur um eine geographische Weiterentwicklung, sondern auch inhaltlich soll das Programm auf die 9. bis 12. Schulstufe ausgedehnt werden.
Klimaveränderung im Nationalpark Hohe Tauern
Das Klima ist seit jeher im Laufe der Erdgeschichte einem Wandel unterlegen, heutzutage ist eine zunehmende Erwärmung des Klimas spürbar. „Im Unterschied zu den vergangenen Jahrtausenden ist der Klimawandel heute durch den Menschen beeinflusst und schreitet in einem erschreckend rasanten Tempo voran. Folgen der Klimaerwärmung sind gerade im Hochgebirge wie im Nationalpark Hohe Tauern besonders spürbar und sichtbar“, erläutert Mag. Werner Wutscher, Präsident der Freunde des Nationalparks Hohe Tauern. Der Rückgang der Gletscher und das Auftauen der Permafrostböden sind die augenscheinlichsten Phänomene. Durch höhere Jahresdurchschnittstemperaturen wandern außerdem fremde Tier- und Pflanzenarten ein, und verdrängen heimische Arten, was letztlich zum Aussterben speziell an den Lebensraum Hochgebirge angepasster Tiere und Pflanzen führt. „Daher sind Initiativen wie jene des Verbunds für den Erhalt unserer Kulturlandschaft unerlässlich ", schloss Wutscher.

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