Text: Heinz Schmid
08.04.2009
Gegen den Trend
Es war beeindruckend, wie sich die Messehallen gleich vom ersten Tag an mit Besuchern füllten. Positiv gegen den allgemeinen Trend entwickelte sich auch der Anteil der ausländischen Besucher. Dieser stieg deutlich von einem Viertel im Jahr 2007 auf knapp ein Drittel. Mit 2.361 Unternehmen aus 58 Ländern war das Frankfurter Messegelände wie schon zur Veranstaltung 2007 restlos ausgebucht.
Dr. Michael Peters, Geschäftsführer der Messe Frankfurt: „Unsere Erwartungen wurden übertroffen. Das Ergebnis zeigt, dass auch in Krisenzeiten positive Meldungen möglich und wichtig sind. Denn sie beweisen, dass zukunftsorientierte Lösungen nach wie vor sehr gefragt sind. Und gerade das stark gestiegene Interesse internationaler Besucher macht deutlich, wie gut die Industrie und die ISH weltweit aufgestellt sind. Die ISH verleiht dem Markt damit auch in ihrem Jubiläumsjahr wichtige Impulse, das haben wir hier in den zahlreichen Gesprächen und anhand der durchweg beeindruckend guten Stimmung immer wieder bestätigt bekommen.“
Nach den Befragungen der Messe Frankfurt während der ISH zeigt sich die Branche krisenfest. Insbesondere der Trend zum Rückzug in die eigenen vier Wände, verbunden mit einem steigenden Bedarf und Interesse an nachhaltigen Sanitärlösungen sowie effizienten Heiz- und Klimasystemen mit erneuerbaren Energien, stimmt die Industrie verhalten optimistisch. Rund drei Viertel der Aussteller beurteilen die gegenwärtige Branchenkonjunktur als gut oder befriedigend, deutsche Hersteller liegen dabei in ihren Bewertungen (84 Prozent gut bis befriedigend) sogar über dem Durchschnitt – die ausländischen Anbieter dafür mit 66 Prozent darunter. 2008 erwirtschaftete die deutsche Heizungs- und Sanitärindustrie einen Umsatz von knapp 40 Milliarden Euro und bietet zusammen mit dem installierenden Handwerk rund 400.000 Menschen Arbeit.
Die Heizungs- und Klimatechnik war mit rund 1.300 Unternehmen aus dem In- und Ausland, darunter alle Marktführer, auf der ISH vertreten. Rund 45 Prozent der Besucher kamen in erster Linie wegen des Angebots an Lösungen für effiziente Systeme und erneuerbare Energien. Klaus Jesse, Präsidiumsmitglied der Vereinigung der deutschen Zentralheizungswirtschaft (VdZ) und Präsident des Bundesindustrieverbandes Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik (BDH): „Zur ISH treffen sich die Entscheider aus Deutschland und der Welt – das hat sich auch in diesem Jahr gezeigt. Wir waren sehr positiv überrascht über die hohe Zahl der Besucher und vor allem auch über deren Qualität. Trotz der schwächeren Märkte im Ausland konnten wir zur ISH zudem einen Zuwachs an ausländischen Kunden verzeichnen. Zentrales Thema war der Systemgedanke. An fast allen Ständen präsentierten Hersteller die von der Heizungsbranche und von der Politik verfolgte Doppelstrategie zum Klimaschutz: energieeffiziente Heizsysteme, die erneuerbare Energien einkoppeln. Der starke Auftritt der Industrie lässt keinen Zweifel daran, dass sie dem Verbraucher die richtigen Antworten liefert, um Kosten und Energie zu sparen und somit die Umwelt zu schonen. Unsere Branche ist zuversichtlich, das Marktvolumen des Vorjahres – zumindest in Deutschland – zu halten.“
Die Sanitärindustrie präsentierte mit mehr als 700 Herstellern in der Erlebniswelt Bad den weltgrößten Showroom für innovatives Design und Nachhaltigkeit. Etwa ein Drittel der Besucher kam primär, um sich über die Weltneuheiten zu nachhaltigen Sanitärlösungen zu informieren. Andreas Dornbracht, Vorstandsvorsitzender der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft (VDS): „Für die VDS und die Aussteller der Erlebniswelt Bad war die diesjährige Jubiläumsveranstaltung ein voller Erfolg. Insbesondere die hohe Anzahl ausländischer Besucher machte deutlich, dass der Anspruch als und an die Weltleitmesse ISH gerade in diesen Zeiten gilt und eingelöst wird. Ein wichtiger Trend im Bad ist die Entwicklung nachhaltiger Sanitärlösungen, die der Verantwortung für die begrenzte Ressource Wasser Rechnung tragen. Welche Anstrengungen die deutsche Sanitärindustrie hier bereits unternimmt, vermittelte erfolgreich die Informationskampagne „Blue Responsibility“. Daher sind wir nach dieser ISH umso zuversichtlicher, dass unsere Branche auch in Zukunft krisenfest aufgestellt ist.“
Der ISH 2009 erteilen die Aussteller erneut Bestnoten. 82 Prozent bestätigen die Erreichung ihrer Messebeteiligungsziele.
Entsprechend dem Angebotsspektrum der ISH richtete sich das Hauptinteresse der Besucher je zur Hälfte auf die Heizungs- und Klimatechnik sowie auf die Erlebniswelt Bad.
Michael von Bock und Polach, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima (ZVSHK): „Im allgemeinen Krisengerede hat die ISH 2009 einen wohltuenden Kontrapunkt gesetzt. Die SHK-Branche bietet eine Vielfalt an innovativen Produkten und Dienstleistungen, die Hausbesitzern in unsicheren Zeiten den Werterhalt oder auch die Wertsteigerung der eigenen Immobilie ermöglichen wird. Hier sehen wir für unsere Fachbetriebe in den nächsten Jahren ein erfolgversprechendes Geschäftsfeld. Dass die Fachbesucher aus dem Handwerk erneut die größte Besuchergruppe gestellt haben, beweist den anhaltenden Erfolg des bewährten ISH-Messekonzeptes. Die ISH ist eine Systemmesse, die Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik gleichberechtigt nebeneinanderstellt. Genau das wollen unsere Leute sehen.“
Etwa zwei Drittel der mehr als 200.000 Besucher sind Führungskräfte mit hoher Entscheidungskompetenz. Die größte Gruppe stellt mit mehr als 80.000 Installateuren das Handwerk. Weitere wichtige Besuchergruppen bilden Ingenieure, Architekten, Designer, Planer und der Handel. Die Top-Ten-Besuchernationen sind nach Deutschland Italien, die Niederlande, Frankreich, Schweiz, Österreich, Belgien, Großbritannien, Polen, Schweden und Spanien.
aus: GebäudeInstllation 4/09, S. 8f.

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