07.09.2009
Erfolg oder Misserfolg?
Für Aufregung in der Branche sorgt derzeit der Erfolg der Ölheizungsförderaktion „Heizen mit Öl“. Naturgemäß begrüßt das IWO-Österreich das enorme Echo, denn binnen weniger Tage wurden bereits rund 1.800 Anträge auf die 3.000-Euro-Förderung gestellt. Martin Reichard, Geschäftsführer des IWO-Österreich, dazu: „Die Förderung ist eine enorme Hilfe für alle Ölheizungsbesitzer und schließt die Lücke in den Fördersystemen der öffentlichen Hand.”
Endlich können, so das IWO, diejenigen, die schon seit vielen Jahren mit Öl heizen, aber mit einer modernen Öl-Brennwertanlage bis zu 40 Prozent weniger Heizöl verbrauchen würden, bei ihrem Energieträger bleiben und weiterhin auf eine zuverlässige Heizung vertrauen. Die Mineralölwirtschaft übernimmt vorausschauend die Verantwortung für „Effizienz und Klimaschutz in Sachen Raumwärme“. Genau daran stoßen sich naturgemäß die Anbieter alternativer Produkte.
So kritisiert Martin Reichard-Geschäftsführer Erwin Stubenschrott die Aktion der Mineralölwirtschaft und des Brennstoffhandels massiv: „Wer sich jetzt für eine Ölheizung entscheidet, macht sich für die kommenden 20 bis 30 Jahre abhängig von einem preislich nicht kalkulierbaren Brennstoff!“, warnt er und deckt nach seiner Meinung die Falle auf, in die derzeit heimische Konsumenten gelockt werden. Fossile Brennstoffe sind im Moment kostenseitig noch tragbar, obwohl sich der Preis von Rohöl in den letzten Wochen mehr als verdoppelt hat. Stubenschrott weiters: „Daran kann man aber bereits erkennen, in welche Gefahr sich Käufer von Ölheizungen bereits kurzfristig begeben. Eine Förderung von fossilen Brennstoffen ist eindeutig ein Signal in die falsche Richtung. Zusätzlich werden durch diese Aktion enorme Finanzmittel aus Österreich – gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise – abgezogen, die die heimischen Konsumenten durch einen künstlich hohen Ölpreis aufgebracht haben!“
Für die kommenden Jahre sind seiner Meinung nach höhere Preise bei den fossilen Brennstoffen zu erwarten, einerseits durch eine wieder anspringende Konjunktur, bedingt durch den Mehrverbrauch an Öl und Gas. Zusätzlich dazu machen Produktengpässe, wie man sie aus den vergangenen Jahren kennt, die eigenen Heizkosten mit einer Ölheizung nicht mehr kalkulierbar.
Wer hingegen, so Stubenschrott, weiter auf erneuerbare Energie setzt, hat alle Vorteile eines kostengünstigen und krisenunabhängigen Energieträgers. Reichard gießt hingegen weiter „Öl ins Feuer“, indem er sagt: „Der Energieträger Heizöl ist in Österreich mit 865.000 beheizten Haushalten seit Jahrzehnten mit an der Spitze der wichtigsten Brennstoffe: Heizöl ist langfristig verfügbar, mehrfach bevorratet und in seiner Gesamtemissionsbilanz äußerst sauber. Ich fordere die Vertreter der anderen Energieträger auf, dem Vorbild der Mineralölwirtschaft zu folgen und ebenfalls Energieeffizienz an die Spitze ihrer Anstrengungen zu stellen. Nur wenn alle Energieträger möglichst sparsam eingesetzt werden, können die Herausforderungen der Zukunft gemeistert werden!“
Mit dem letzten Satz hat er da zweifellos recht. Die großen Anbieter, die sowohl Produkte für fossile als auch alternative Brennstoffe im Portfolio haben, halten sich natürlich mit Aussagen zurück und freuen sich still über steigende Umsätze ebenso wie viele Installateure.
Wir werden die Entwicklung auf jeden Fall weiter verfolgen und Sie auf dem Laufenden halten.
Einen schönen Sommer mit guten Umsätzen wünscht
Heinz Schmid
Chefredakteur

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