07.09.2009
„Schlecht fundierte, billige Polemik”
Entscheidend für die Kalkulation der derzeit gültigen Erdgas-Endkundenpreise sind nicht nur die gerade aktuellen Importpreise, sondern vor allem die über einen Speicherzyklus entstehenden Beschaffungskosten, so der FGW.
Importpreissenkungen werden auch in Zukunft weitergegeben. Nachdem die Erdgas-Importpreise bereits seit Sommer 2007 stetig gestiegen waren, erreichten sie mit der beginnenden Heizsaison 2008/09 ihre Höchststände. Dementsprechend mussten die für den vergangenen Winter vorsorglich eingelagerten Gasmengen zu Preisen bezogen werden, die weit über den gegenwärtigen lagen. Die stetig steigenden Beschaffungskosten wurden lange Zeit von den Gasversorgungsunternehmen in Österreich getragen. Erst gegen Ende des Jahres 2008 erfolgte eine Preisanpassung der Endkundenpreise, also über ein Jahr nach Beginn des starken Importpreisanstiegs.
Weiters haben die Gasversorgungsunternehmen bereits angekündigt, geringere Beschaffungskosten aufgrund fallender Importpreise auch in Zukunft so rasch wie möglich weiterzugeben, betont der FGW. Die Grafik, die die Importgaspreise den Endkundenenergiepreisen der Wien Energie gegenüberstellt, zeigt deutlich, dass die Steigerungen der Importpreise zum Vorteil aller Verbraucher deutlich verspätet in den Endkundenenergiepreisen ihren Niederschlag gefunden haben. Im Gegensatz dazu wurden die gesunkenen Importpreise, wie die Grafik ebenfalls zeigt, rasch an die Endkunden weitergegeben. Die weitere Tarifgestaltung wird sich an der längerfristig zu erwartenden Entwicklung der Importpreise orientieren.
Widersprüchliche Aussagen zur Gaspreisentwicklung. Der FGW kritisiert, dass E-Control-Chef Walter Boltz in den letzten Jahren mehrfach mit widersprüchlichen Aussagen zur Erdgaspreisentwicklung an die Öffentlichkeit getreten ist, wie diese Beispiele zeigen:
• Im März 2007 forderte Boltz eine Senkung der Gaspreise – also knapp bevor die Importpreise ihren langen Anstieg auf ein Rekordniveau begannen.
• Ein Jahr später, im Juli 2008, sagte Boltz eine Anhebung der Endkundenpreise um ein Drittel voraus, um nur einen Monat später zu erklären, dass eine Erhöhung überhaupt nicht notwendig wäre.
Beachten muss man: Wenn der Gaspreis von 100 auf 130 steigt, so erhöht er sich um 30 Prozent. Sinkt er dann wieder von 130 auf 100, so entspricht das eben „nur” einer Senkung von 23 Prozent.

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