Marktübersicht Fußbodenheizungen
08.09.2009
Unsichtbar und voller Power
Die aktuelle Wirtschaftskrise ist eine Zeit der Umbrüche und mischt die Karten am Wirtschaftsmarkt neu. Auch die Markenhersteller von Fußbodenheizungen können davon ein Liedchen singen.
Wer vorher das Nachsehen hatte, kann sich heute eingermaßen wacker schlagen. Betrachten wir dazu beispielsweise den deutschen Markt. Vor fünf bis sechs Jahren hatten es besonders die Unternehmen schwer, die vornehmlich im deutschen Markt tätig waren. Viele Hersteller versuchten deshalb, auch den Auslandsmarkt für sich zu erschließen. Mit Erfolg, bis die Wirtschaftskrise kam. Hersteller, die beispielsweise in den USA, Spanien oder den osteuropäischen Ländern ihre Fußbodenheizungen vertreiben, stehen heute vor gewaltigen Problemen.
Wohingegen Unternehmen, die im deutschen Markt tätig sind, einigermaßen krisenresistent die derzeitige Lage meistern. Hier haben besonders die Systemanbieter von Flächenheizungen Grund zur Freude wie die aktuellen Zahlen des deutschen Bundesverbandes Flächenheizungen und Flächenkühlungen (BVF) belegen.
Im ersten Quartal 2009 haben sie im Vergleich zum Vorjahr bei den verlegten Rohrmetern um 5,5 Prozent, beim Verlegesystem um 1,6 Prozent und beim Umsatz in puncto Regeltechnik um 14,8 Prozent zugelegt. Lediglich im Bereich Industrieflächenheizungen ging es bergab und zwar um 26,9 Prozent.
Weniger positiv gestaltet sich die Entwicklung allerdings bei den Komponentenherstellern. Sie verzeichnen durchwegs starke Verluste. Minus 26,5 Prozent bei den verlegten Rohrmetern, minus 15,7 Prozent bei den Verlegesystemen und minus 4,1 Prozent beim Umsatz in der Regeltechnik.
Ungeachtet der wirtschaftlichen Entwicklung zählt die Fußbodenheizung zu den beliebtesten Wärmequellen im Wohnungsbau. Nach Angaben des BVF werden mittlerweile rund die Hälfte aller neugebauten Ein- und Zweifamilienhäuser in Deutschland mit Fußbodenheizungen ausgestattet.
Der österreichische Markt dürfte ähnliche Verteilungsmerkmale aufweisen.
Die Vorteile einer Fußbodenheizung sind vielfältig und müssten nach Meinung der Hersteller auch den letzten Skeptiker überzeugen. Angefangen bei der Freiheit, auch im Winter barfuß durch die Wohnung gehen zu können. Außerdem wird Strahlungswärme im Gegensatz zu Konvektionswärme als behaglicher und angenehmer empfunden. Hinzu kommen die hygienischen Aspekte. Durch die gleichmäßige Flächenwärme gibt es keine Staubaufwirbelung, und Allergiker können frei durchatmen. Auch bleiben Wände und Tapeten trocken.
Nicht zu vergessen: die gestalterische Freiheit in den Räumen ohne Rücksichtnahme auf lästige Heizkörper. Nach Angaben der Hersteller senkt die Fußbodenheizung auch die Energiekosten, denn sie verbraucht weniger Primärenergie, weil sie mit niedrigerer Vorlauftemperatur betrieben wird. Daher lässt sie sich auch problemlos mit klimafreundlichen Wärmeerzeugungsmethoden wie Brennwerttechnik oder Wärmepumpen kombinieren.
Grundsätzlich wird zwischen der warmwassergebundenen und der elektrisch betriebenen Fußbodenheizung unterschieden. Die Warmwasserheizung im Boden basiert auf zwei verschiedenen Systemen: Nass- oder Trockenverlegung. Bei der Nassvariante werden die Rohre oberhalb der Trittschall- und Wärmedämmung verlegt und anschließend von Estrich umschlossen. Trocken verlegt wird die Fußbodenheizung in mehreren Schichten aufgebaut. Unten liegt eine Systemplatte aus Hartschaum, in deren Vertiefungen die Rohre verlaufen, darüber eine Folie. Anschließend bedecken Estrich oder Fertigelemente den Montageaufbau. Bei den Systemplatten haben sich vor allem die Tacker- und die etwas komfortableren, dafür aber teureren Noppenplatten durchgesetzt.
Als weitere Variante gibt es die elektrischen Heizmatten.
Ihr Einsatz ist häufig auf kleinere Flächen beschränkt. Egal, ob nass, trocken oder elektrisch, der Markt offeriert eine Vielzahl von unterschiedlichen Systemen für den Neu- und Altbau. Die aktuellen Modelle der Markenhersteller haben wir in der folgenden Übersicht zusammengestellt.
AEG: Wohltemperierte Wellness.
„Thermo Boden Comfort Wellness” ist die neue Spezialmatte mit 200W/m2 Heizleistung von AEG. Sie eignet sich besonders für die Verlegung in Wellnessbereichen. Spezielle Formate erleichtern ihren Einsatz: Zur einfachen Verlegung in gefliesten Duschtassen ist ein vorkonfektioniertes Sonderformat mit Aussparung für den mittigen Wasserablauf lieferbar. Mit Schutzart IP X8 ist der „Thermo Boden Comfort Wellness” in allen Nassbereichen besonders sicher.
Aufgrund der hohen Heizleistung und der schnellen Abtrocknung werden Schimmelflecke vermieden. AEG bietet Reglersysteme in unterschiedlichen Komfort- und Leistungsstufen. Diese reichen von Hightech-Komfortreglern mit beleuchtetem Display bis zu Fußbodentemperaturreglern mit den Basisfunktionen.
aquatherm:
Hochflexible Rohre. Fußbodenheizungssysteme von aquatherm sind nach DIN geprüft und werden mit hochflexiblen, hochwärmstabilen Polybuten-Rohren (PB) ausgelegt (DIN-geprüft, DIN-Certco-zertifiziert).
Die grauen korrosionsresistenten PB-Rohre sind durch EVOH-Beschichtung sauerstoffdicht und können für Betriebstemperaturen bis 90 °C eingesetzt werden. Alternativ bietet aquatherm weiße Heizrohre aus Polyethylen (PE-RT) an. Ebenfalls mit einer EVOH-Sperrschicht ausgestattet, besitzen sie eine Molekularstruktur mit kontrollierter Seitenkettenverteilung. Dies sorgt bei hoher Flexibilität für hervorragende Spannungsrissbeständigkeit und ein sehr gutes Langzeit-Innendruckverhalten.

Purmo rolljet
Mit dem Dünnschicht-Fußbodenheizungssystem xnet C15 ermöglicht Kermi die nachträgliche Installation einer Fußbodenheizung ohne großen Aufwand. Das System verfügt über eine Elementhöhe von nur 14 mm, sodass Fußbodenaufbauhöhen ab 17 mm bei gleichzeitig sehr geringem Gewicht zu realisieren sind. Dabei erweist sich das System laut Hersteller als außerordentlich montagefreundlich.
Aufwändige vorbereitende Arbeiten wie Stemm- oder Abbrucharbeiten entfallen. Durch die geringe Aufbauhöhe ist das System besonders feinfühlig zu regeln und spart nach Angaben von Kermi wertvolle Energie. Mit wenigen zusätzlichen Systemkomponenten können die xnet-Flächenheizungen auch für die Raumkühlung genutzt werden.
KME: Q-tec gibt Sicherheit.
Bei der Installation einer Fußbodenheizung setzt KME auf das robuste und sehr flexible Markenkupferrohr Q-tec. Es kommt gegenüber dem klassischen Ringrohr aus Kupfer mit zwei Dritteln weniger Kupfer aus. Laut KME bietet Q-tec hundertprozentige Diffusionsdichtheit und damit Sicherheit für das gesamte Heizsystem. Das Q-tec-Rohr wird in den Abmessungen 14x2 und 16x2 in Ringen von 100 Metern geliefert, sodass nur wenige Verbindungsstellen erforderlich sind.
In der Dimension 20x2 stehen Ringe von 50 Metern zur Verfügung. Hierdurch können auch größere Rohrstrecken und Heizflächen in einem Arbeitsgang realisiert werden. Der Verarbeiter profitiert bei Q-tec nicht nur von dem geringen Gewicht von 19kg / 100m (Dimension 16x2mm). Durch das dünne Kupferrohr kann Q-tec von Hand ganz einfach gebogen werden. Zum Trennen der Rohre reicht eine Rohrschere. Die als Zubehör erhältliche Q-tec-Rohrschere ist mit einem Entgrater versehen, Entgraten und Kalibrieren erfolgen in einem Arbeitsgang.
Purmo: Extra flach.
clickjet S heißt das Fußbodenheizungssystem für die Renovierung aus dem Hause Purmo. Mit nur 20mm Aufbauhöhe lässt sich das System für Wand- und Fußbodenheizung auch nachträglich in fast jeden Raum integrieren. Basis des neuen Systems sind die verzinkten clickjet-Gittermatten, die Purmo im Verlegeraster 100 und 150mm anbietet. Die großen Zwischenräume in den Gittermatten sorgen als Kontaktflächen für einen besonders guten Verbund zwischen Ausgleichsmasse und Rohfußboden.
Auf den Gittermatten werden die Clips für die Rohre aufgetackert. Verlegefreundlich ist auch das hochflexible Difustop-Heizrohr PE-Xa 10x1mm, das auf dem clickjet S-System befestigt wird. Die maximale Heizkreislänge des 10-mm-Difustop-Heizrohres beträgt je nach Wärmeleistung zwischen 60 und 80m. Sind größere Heizkreislängen erforderlich, kann das clickjet-System mit seinem 17-mm-Heizrohr eingesetzt werden. Hiermit lassen sich Heizkreislängen von bis zu 120m pro Heizkreis realisieren.
Rehau: Verlegesysteme nach Maß.
Für die Verlegung einer Flächenheizung/-kühlung im Bodenbereich gibt es bei Rehau für jeden Anwendungsfall das passende Verlegesystem. Das Verlegesystem Noppenplatte Varionova zeichnet sich durch schnelle Montage, sichere Rohrhaltefunktion, geringe Aufbauhöhe sowie maximale Variabilität aus. Varionova ist in der Ausführung mit unterseitiger Trittschalldämmung 30-2 und in der Ausführung ohne unterseitige Dämmung lieferbar.
Das Tackersystem von Rehau kombiniert die Wärme- und Trittschalldämmung mit einer reißfesten, wasserdichten und aufkaschierten PE-Gewebefolie. Durch das aufgedruckte Verlegeraster auf der Tackerplatte können die Rohre flexibel und präzis verlegt werden. Die speziell geformten Tackernadeln in Verbindung mit der Folie vermeiden das Aufschwimmen der Rohre und gewährleisten hierdurch Bauart A nach DIN 18560.
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Den vollständigen Text können Sie unter folgendem Link lesen:

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