15.11.2009
Es geht wieder leicht bergauf!
Ausgangsbasis ist allerdings ein bekannt tiefes Niveau. Im Jahresdurchschnitt wird sich das BIP heuer leider dennoch um 3,4 Prozent verringern. 2010 ist nur mit einer trägen Aufwärtsbewegung von plus einem Prozent zu rechnen. Laut Wifo wird sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt auch im kommenden Jahr noch nicht entspannen. Obwohl die Rohölpreise wieder steigen, sollte die Inflationsrate niedrig bleiben.
Die Auswirkungen des Konjunktureinbruchs auf den Arbeitsmarkt hinterlassen deutliche Spuren in der Tourismusnachfrage. Obwohl Österreich als Nahdestination in Krisenzeiten einen Vorteil hat, werden die Reiseverkehrsexporte heuer um 6,5 Prozent sinken. Diese negative Entwicklung wird sich wahrscheinlich leider auch auf die Investitionsfreudigkeit der heimischen Tourismusbetriebe auswirken.
Auch der Beschäftigungsabbau ist noch nicht zum Stillstand gekommen. Für das gesamte Jahr 2009 geht das Wifo von einem Verlust von 50.400 Arbeitsplätzen aus (das sind –1,5Prozent). Aufgrund der Verlängerung der Kurzarbeitsprogramme auf 24 Monate und der Stabilisierung der Konjunktur wird die Zahl der Beschäftigten im Jahr 2010 um nur mehr 30.000 sinken (–0,9 Prozent).
Die Wirtschaftskrise bewirkt auch in Österreich massive Steuerausfälle. Gleichzeitig steigen die Ausgaben konjunkturbedingt und aufgrund der deutlich expansiven Fiskalpolitik. 2009 ist mit einem Budgetdefizit von 4,5 Prozent des BIP zu rechnen. Im Jahr 2010 dürfte sich der Fehlbetrag auf 5,7 Prozent des BIP erhöhen. Damit überschreitet Österreich in beiden Jahren wie fast alle anderen Länder des Euroraums die im europäischen Stabilitäts- und Wachstumspaket festgesetzte Obergrenze von drei Prozent.
Leider zeigen auch die aktuellen Ergebnisse der Konjunkturerhebung der KMU Forschung Austria bei 3.800 Gewerbe- und Handwerksbetrieben mit insgesamt 63.054 Beschäftigten für das III. Quartal 2009 eine negative Entwicklung – sowohl in den investitionsgüternahen Branchen als auch im konsumnahen Bereich. Die Geschäftslage wird insgesamt schlechter beurteilt als im III. Quartal 2008. In den investitionsgüternahen Branchen ist der durchschnittliche Auftragsbestand im Vergleich zum Vorjahresquartal um sieben Prozent gesunken. Verantwortlich dafür war sowohl die negative Entwicklung der privaten und gewerblichen Aufträge (–7,2 %) als auch der öffentlichen Nachfrage (–5,7 %). Im konsumnahen Bereich hat sich der Saldo aus Unternehmen mit Umsatzsteigerungen und Umsatzrückgängen um 20 Prozentpunkte verschlechtert. Für das IV. Quartal 2009 sind die Erwartungen der Unternehmerinnen und Unternehmer äußerst zurückhaltend.
Diesen nicht allzu erfreulichen Prognosen steht zum Glück die Entwicklung bei Österreichs Installateurfachbetrieben positiv gegenüber. Bei meinen zahlreichen Gesprächen mit Firmeninhabern konnte ich feststellen, dass in der überwiegenden Zahl der Fälle das heurige Jahr positiv bewertet wird. Speziell der Trend zu umweltfreundlichen Heizungen hat zur Geschäftsbelebung beigetragen. Aber auch im Sanitärbereich ist ein Trend zum hochwertigen Bad bemerkbar, frei nach dem Motto „Lieber ein schönes privates Wellness-Refugium, als das Geld auf der Bank zu verlieren”. Hoffen wir, dass dieser Trend für unsere Branche auch im kommenden Jahr anhält. Es wird aber natürlich auch an allen Beteiligten liegen, den Endkonsumenten auf das vielfältige Angebot der heimischen Installateurbetriebe ständig aufmerksam zu machen. Wir von der gebäude installation werden versuchen, das Unsere bestmöglich dazu beizutragen.
Viel Spaß und Informationen beim Lesen dieser Ausgabe wünscht,
Heinz Schmid, Chefredakteur

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