Interview
22.12.2009
Gipfelsturm
Text: Heinz Schmid
Lanik, gebürtiger Salzburger, verheiratet mit einer Wienerin, ist seit vielen Jahren als Unternehmensentwickler und Restrukturierer international erfolgreich tätig und soll das Großhandelsunternehmen wieder auf die Erfolgsspur bringen. Chefredakteur Heinz Schmid bekam die Gelegenheit zu einem ersten Kurzinterview.
Sie haben vor wenigen Wochen die Führung der ÖAG als Nachfolger von Mag. Josef Dutter übernommen, und seitdem brodelt die berühmte österreichische Gerüchteküche.
Davon habe ich natürlich auch schon gehört. Ich kann Ihnen daher versichern: Die Wolseley-Gruppe hat keine Absicht, sich von der ÖAG zu trennen. Die ÖAG wird sich auch von keinem ihrer Stammbereiche trennen. Im Gegenteil, wir wollen so rasch als möglich wieder zur alten Stärke zurückfinden. Die derzeit im Gang befindliche Restrukturierung bedeutet kein Gesundschrumpfen, sondern soll dazu dienen, unsere Leistungsfähigkeit zu verbessern. Eines ist klar: Wenn ich auf dem Gipfel stehe, geht es nach allen Seiten hinunter. Mein Ziel ist es, die ÖAG wieder beim „Gipfelkreuz“ zu etablieren.
Was ist denn in letzter Zeit speziell schiefgelaufen?
Wir haben stark unter undifferenzierten Lagerrückführungen gelitten, Kostensenkung kann ja kein alleiniges Unternehmensziel sein. Richtig muss es heißen: hohe Servicequalität bei sinkenden Kosten. Auch die Stimmung und Einbindung der Mitarbeiter war nicht ideal.
Wie wird denn in Zukunft die regionale Aufstellung der ÖAG aussehen?
Die ÖAG bleibt bei der regionalen Verteilung voll in der Fläche, das heißt über ganz Österreich verteilt. Wir werden allerdings die Servicequalität und die Verfügbarkeit in unseren IZs stark verbessern.
Nächstes Thema Einkauf: Hier hat es erste personelle Änderungen gegeben.
Die Einkaufsaktivitäten werden in der neuen Funktion Category-Management für verschiedene Produktgruppen neu zugeordnet. Die Aufgabe der neuen Category-Manager wird sein: Kontrolle des Sortiments, Auswahl der Lieferanten, marktgerechtes Pricing und Disposition der Produkte. Insgesamt werden wir drei bis vier Category-Manager einsetzen, die alle aus unserem Haus kommen. Mit dieser Veränderung möchten wir durch mehr Nähe zum Markt und unseren Kunden unsere Leistungsfähigkeit weiter verbessern. Im Zuge der Umstrukturierung wird Mag. Michael Bauer unser Unternehmen verlassen. Für die langjährige Zusammenarbeit im Dienst der ÖAG bedanke ich mich bei Mag. Bauer und wünsche ihm alles Gute für seine berufliche Zukunft. Ab sofort steht unseren Kunden bis zur endgültigen Einführung des Category-Managements – spätestens Ende des Jahres – Peter Panytsch als zentraler Ansprechpartner zur Verfügung. Noch eine Anmerkung: Ein Lager muss das beinhalten, was der Installateur braucht. Daher wird der zentrale Einkauf aufgelöst.
Haben Sie sich mittlerweile schon einen Überblick über alle Abteilungen der ÖAG geschafft?
Natürlich. Ich habe im Oktober alle Standorte bereist, denn die Mitarbeiter müssen verstehen, dass Geldwechseln allein zu wenig ist. Die beste Arbeitsplatzsicherung ist, Gewinne zu erzielen. Dazu müssen natürlich alle an einem Strang ziehen und die Unternehmensziele nicht nur verstehen, sondern auch mittragen.
Welche weiteren Veränderungen können Sie schon bekanntgeben?
Der Verkaufsprozess muss kundenspezifischer werden. Von der Auftragserfassung bis zur Auslieferung muss die ganze „Kette“ organisch geändert werden. Auch die zentralen Dienste werden effizienter. Ich bin überzeugt, wir werden wieder bald dort sein, wo die ÖAG lange Zeit war – an der Spitze.

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